Vereinte Nationen - Trump droht Nordkorea mit »totaler Zerstörung« In seiner Rede vor den Vereinten Nationen in New York warnte US-Präsident Donald Trump Nordkorea mit deutlichen Worten. Den Iran bezeichnetet er als "Schurkenstaat". © Foto: Lucas Jackson/Reuters

US-Präsident Donald Trump hat Nordkorea mit "totaler Zerstörung" gedroht. Bei seiner ersten Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen mit etwa 130 Staats- und Regierungschef sagte Trump, die Denuklearisierung sei die einzige Option, die nun noch akzeptabel sei. "Die USA sind ein Land von großer Stärke und Geduld", sagte Trump. Wenn die USA aber gezwungen würden, müssten sie Nordkorea zerstören. "Der Raketenmann ist auf einem selbstmörderischen Weg", sagte der US-Präsident in Bezug auf den nordkoreanischen Führer Kim Jong Un. Die nordkoreanische Regierung nannte Trump ein "verkommenes Regime".

Weiter nannte er es eine "Schandtat", dass manche Staaten weiterhin Handel mit Nordkorea trieben oder es gar mit Waffen versorgten. "Keine Nation auf der Erde hat ein Interesse daran zu sehen, dass diese Bande von Kriminellen sich mit nuklearen Waffen und Raketen bewaffnet", sagte Trump. Im Plenarsaal der UN-Vollversammlung war auch die nordkoreanische Delegation anwesend. Zu Beginn von Trumps Rede verließen einige Vertreter den Saal. Kim Jong Un war der Generaldebatte ferngeblieben.

Trump sagte, die Welt sei an einem Scheideweg: "Wir treffen uns hier in einer Zeit immenser Versprechungen, aber auch riesiger Gefahren", sagte Trump. Die weltweiten Risiken seien der internationale Terror, kriminelle Netzwerke und autoritäre Regime, die über Massenvernichtungswaffen verfügten. "Wir können die Welt zu neuen Höhen führen oder sie in ein Tal fallen lassen, in dem sich nicht repariert werden kann", sagte Trump. 

"Willkommen in New York"

Zunächst hatte Trump die Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nationen begrüßt: "Willkommen in New York", sagte der US-Präsident in dem UN-Gebäude. Am East River der US-amerikanischen Metropole befindet sich der Hauptsitz der UN. Trump wiederholte vor der Weltgemeinschaft sein "Amerika zuerst"-Credo: Er sei immer zuerst um das Wohlergehen des amerikanischen Volkes besorgt, sagte Trump und empfahl anderen Staats- und Regierungschefs, es ihm gleich zu tun: "Alle verantwortlichen Staatenlenker stehen in der Pflicht, ihren eigenen Bürgern zu dienen." Mehrfach betonte Trump in seiner 45-minütigen Rede das Prinzip der staatlichen Souveränität.  

Starke und unabhängige Nationalstaaten würden die 193 Länder zählende Weltorganisation zum Erfolg führen, sagte Trump. Das Erreichen der UN-Ziele hänge an Staaten, die ihre Souveränität und ihren Friedenswillen lebten. Zur Rolle der USA sagte Trump: "Wir wollen unsere Art zu leben nicht jedem überstülpen." Man wolle aber ein "leuchtendes Beispiel für jedermann" sein. Frieden, Sicherheit und Souveränität seien für die Staaten der Erde die wichtigsten Ziele. 

Iran-Abkommen als "Erniedrigung für die USA"

Zu den Staaten, die den Frieden gefährdeten, zählte Trump auch den Iran: Das Regime in Teheran sei ein wirtschaftlich ausgelaugter Schurkenstaat, der einer "korrupten Diktatur" unterworfen sei, und in erster Linie Gewalt exportiere, sagte Trump in der Generaldebatte. Man könne dieses "mörderische Regime" nicht so weitermachen lassen. Der Iran müsse endlich die Rechte seiner Nachbarn akzeptieren und sich konsequent gegen jede Form von Terrorismus stellen. Es gebe im Iran viele Menschen guten Willens, die einen Wechsel wollten. Sie müssten endlich gehört werden.

Das internationale Atomabkommen mit dem Iran bezeichnete Trump erneut als einen der schlechtesten Verträge, die jemals abgeschlossen worden seien. Das Abkommen sei eine Erniedrigung für die USA. Unter Trumps Vorgänger Barack Obama hatten die USA das Atomabkommen mit dem Iran abgeschlossen. Beteiligt waren daran auch die fünf UN-Veto-Mächte und Deutschland. Trump sagte, über das Abkommen sei "noch nicht das letzte Wort gesprochen". Die ganze Welt solle die Forderung seiner Regierung unterstützen, dass der Iran den Weg von "Tod und Zerstörung" verlassen müsse, sagte der US-Präsident.