Im Konflikt um Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm hat die Europäische Union ihre Sanktionen gegen das abgeschottete asiatische Land ausgeweitet. Vertreter der 28 Mitgliedstaaten einigten sich laut einer in Brüssel veröffentlichten Erklärung auf eine Reihe weiterer Strafmaßnahmen, die beim Treffen der EU-Außenminister Anfang kommender Woche offiziell beschlossen werden sollen.

Demnach werden Textilimporte aus Nordkorea mit einem Embargo belegt und der Verkauf von Öl und Produkten der Ölindustrie an das Land begrenzt. Der Verkauf von Flüssiggas an Nordkorea ist künftig untersagt.

Die Mitgliedstaaten verpflichten sich darüber hinaus, Nordkoreanern keine neue Arbeitserlaubnis auszustellen, da der Verdacht bestehe, dass deren Einkünfte dem "illegalen Atom- und Raketenprogramm" zugutekommen.

Im September hatten die Mitgliedstaaten unter anderem bereits entschieden, Einreise- und Vermögenssperren gegen nordkoreanische Vertreter zu verhängen. Zudem sollen Geldüberweisungen in der EU tätiger nordkoreanischer Arbeiter in ihre Heimat von derzeit 15.000 auf 5.000 Euro reduziert werden.

Weltweites Hafenverbot für vier nordkoreanische Schiffe

Im Zusammenhang mit den Sanktionen hatte ein Expertenkomitee des UN-Sicherheitsrats in der vergangenen Woche für vier Schiffe ein weltweites Hafenverbot ausgesprochen – nach Angaben des zuständigen Koordinators ein Präzedenzfall in der Geschichte der Vereinten Nationen. Aus mit dem Fall befassten Kreisen verlautete, die vier Frachter Petrel 8, Hao Fan 6, Tong San 2 und Jie Shun hätten Kohle, Eisen und Fisch aus Nordkorea an Bord. Diese Waren dürfen gemäß einer Resolution des UN-Sicherheitsrats vom August – an die sich auch die EU hält – nicht von Nordkorea exportiert werden.

Nordkorea hatte Anfang September seinen sechsten und bisher größten Atomwaffentest vorgenommen. Nach eigenen Angaben testete das Land eine Wasserstoffbombe. Zudem hatte Pjöngjang in den vergangenen Wochen mehrfach Mittelstreckenraketen getestet. In zwei Fällen feuerte Pjöngjang Raketen über Japan hinweg in den Pazifik.