US-Präsident Donald Trump will die restlichen geheimen Dokumente über die Ermordung von John F. Kennedy freigeben. "Vorbehaltlich des Erhalts weiterer Informationen werde ich als Präsident erlauben, die lange Zeit verschlossenen und als geheim eingestuften JFK-Akten freizugeben", schrieb Trump auf Twitter. Es handelt sich dabei um mehrere Tausend Dokumente, die bisher nicht herausgegeben werden durften oder nur geschwärzt veröffentlicht worden sind.

Am Donnerstag läuft die gesetzliche Geheimhaltungsfrist ab. Trumps Entscheidung, sie nicht zu verlängern, stößt aber offenbar auch auf Kritik. Laut dem Internetjournal Politico soll die CIA Trump unter Druck setzen, einige Dokumente weiter unter Verschluss zu halten, um noch lebende Mitarbeiter oder Informanten von CIA und FBI nicht zu gefährden.

Der damalige Präsident Kennedy war am 22. November 1963 erschossen worden. Eine offizielle Untersuchung hatte ergeben, dass er von dem Einzeltäter Lee Harvey Oswald in Dallas ermordet wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtclub-Besitzer Jack Ruby getötet wurde. Die Version wurde immer wieder angezweifelt. Durch den Film JFK des US-Regisseurs Oliver Stone kehrte die Diskussion über die Hintergründe des Attentats 1991 zurück. Ein Jahr später wurden nahezu alle der rund fünf Millionen Dokumente herausgegeben, nur wenige Tausend fielen unter die 25-jährige Geheimhaltungsfrist.

Trump hatte während des Wahlkampfs den Vater seines republikanischen Rivalen Ted Cruz mit Kennedys Ermordung in Verbindung gebracht. Während eines Interviews mit dem Sender Fox News sagte er im Mai 2016, Cruz' Vater sei mit dem mutmaßlichen Attentäter kurz vor dessen Ermordung zusammen gewesen. Er fügte hinzu: "Was tat er mit Oswald kurz vor dessen Tod? Vor den Schüssen. Das ist schrecklich." Ted Cruz hatte die Vorwürfe als "Quatsch" bezeichnet.