Die maltesische Regierung hat eine Belohnung von einer Million Euro für Hinweise ausgesetzt, die zur Aufklärung des Mordes an der Journalistin Daphne Caruana Galizia führen. "Dieser Fall ist von so außergewöhnlicher Bedeutung, dass er außergewöhnliche Maßnahmen erfordert", erklärt die Regierung. "Der Gerechtigkeit muss Genüge getan werden, egal, was es kostet." Zeugen würden unter den vollen Schutz der Regierung gestellt werden, heißt es in der Erklärung.

Die 53-jährige Journalistin war am Montag durch eine Autobombe getötet worden. Caruana Galizia hatte mehrere Korruptionsaffären enthüllt.

Zuletzt hatte sie unter anderem einen Skandal um die sogenannten Panama Papers aufgedeckt. Dabei beschuldigte sie auch Mitarbeiter von Premierminister Joseph Muscat, Übersee-Briefkastenfirmen zu betreiben. Auch Tage nach dem Anschlag gibt es offiziell keine heiße Spur, wer das Attentat verübt haben könnte.

Für Sonntag haben Bürgerrechtsgruppen zu einer Demonstration in Maltas Hauptstadt Valletta aufgerufen, zu der Zehntausende Teilnehmer erwartet werden. Mit der Kundgebung solle sich Malta als geeinte Nation gegen das tödliche Attentat stellen, hieß es in dem Aufruf. Kritiker werfen der Regierung vor, die Mafia zu schützen oder sogar mit ihr zu kooperieren.

Attentat in Malta - "Eine Attacke auf die Meinungsfreiheit" In Malta haben zahlreiche Menschen der ermordeten Journalistin Daphne Caruana Galizia gedacht. Zuletzt hatte sie im Rahmen der sogenannten Panama Papers recherchiert. © Foto: REUTERS/Darrin Zammit Lupi