Doğan Akhanlı wird nach Deutschland zurückkommen. Spanien liefert den deutschtürkischen Schriftsteller aus Köln nicht an die Türkei aus. Das teilte das spanische Justizministerium mit. Der Ministerrat in Madrid habe entsprechend dem Vorschlag von Justizminister Rafael Catalá entschieden, das Auslieferungsverfahren an die Türkei nicht fortzusetzen, heißt es in einer Erklärung. "Ich bin natürlich erleichtert. Ich habe aber auch nichts anderes erwartet", sagte Akhanlı dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Akhanlı war am 19. August bei einem Spanienurlaub wegen eines türkischen Fahndungsaufrufs festgenommen worden. Einen Tag später wurde er freigelassen, musste sich seither aber wöchentlich bei der Polizei melden. Die Türkei wirf ihm Beteiligung an einem Raubmord vor. Akhanlı bestreitet das und sieht politische Motive hinter dem Auslieferungsantrag. Der 60-Jährige ist seit 2001 deutscher Staatsbürger.

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) begrüßte die Entscheidung. "Ich bin sehr erleichtert und freue mich, dass das spanische Kabinett das Auslieferungsverfahren der Türkei für Herrn Akhanlı nicht mehr weiterführen will", sagte Gabriel. Damit Akhanlı ausreisen könne, müsse jetzt das zuständige Gericht die bisherigen Auflagen noch aufheben. "Ich hoffe, dass dies nun schnell und unkompliziert passiert, sodass Herr Akhanlı nach Deutschland zurückkehren kann."

Die Bestätigung durch das Gericht gilt als Formsache und wird innerhalb weniger Tage erwartet. Er werde am kommenden Mittwoch in Köln eintreffen, sagte Akhanlı. 

Spanische Behörden hatten mit der Verhaftung auf einen Dringlichkeitsvermerk bei der internationalen Polizeibehörde Interpol reagiert. Die Türkei hatte diesen Vermerk veranlasst. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte das kritisierte. Man dürfe die internationalen Organisationen wie Interpol nicht für so etwas missbrauchen. "Ich sage dazu, dass das aus meiner Sicht nicht geht", sagte die CDU-Chefin zu der von der Türkei veranlassten Festnahme des Kölner Schriftstellers.