US-Präsident Donald Trump hat die Opioid-Krise zu einem nationalen Notstand der öffentlichen Gesundheit erklärt. "Wir können die Generation sein, die die Opiate-Epidemie beendet", sagte Trump im Weißen Haus. Die Opioid-Sucht sei die schlimmste Drogenkrise in der Geschichte der USA. In dem Land sterben täglich mehr als 150 Menschen am Missbrauch von rezeptpflichtigen Schmerzmitteln oder Heroin.

Trump ordnete Bundesbehörden an, alles in ihrer Macht Stehende zu tun, um die Krise zu bekämpfen. Dazu gehöre eine massive Werbekampagne, die jungen Leute vermitteln soll, verschreibungspflichtige Medikamente zu meiden. Betroffen seien ländliche Gegenden und Städte, Reiche und Arme, ältere Menschen und Neugeborene. Es sei ein Notstand, der die Nation zerreiße. 

Die Notstandserklärung gilt nach Angaben der US-Regierung für 90 Tage. Danach kann sie verlängert werden.

Trump stellte mit der Verkündung allerdings kein zusätzliches Geld zur Verfügung. Stattdessen sollen bestehende Mittel umgeschichtet werden und besonders stark betroffene Bundesstaaten mehr Spielraum bekommen. Das Gesundheitsministerium will zudem Stellen schneller besetzen, um Staaten personell zu unterstützen.

Demokratische Politiker und Gesundheitsaktivisten stellten Trumps Einsatz gegen die Krise infrage, weil er den US-Kongress nicht unmittelbar um finanzielle Unterstützung gebeten habe. Es sei außerdem unklar, welche Auswirkungen die Notstandsverkündung habe – Trump habe keine zentralen Akteure benannt, die die Pläne ausführen könnten, schreibt die New York Times.

Jedes Jahr sterben Tausende Amerikaner durch Drogen

Im August hatte Trump die Opioid-Krise bereits als "nationalen Notstand" bezeichnet. Er unterzeichnete damals aber keine offizielle Erklärung.

Im Jahr 2015 gab es in den USA insgesamt etwa 52.000 Drogentote, 33.000 von ihnen hatten Opioide genommen. Nach vorläufigen Angaben stiegen die Zahlen 2016 weiter an. In Deutschland starben im vergangenen Jahr 1.333 Menschen, weil sie illegale Substanzen wie Heroin, Kokain oder Crack konsumiert hatten.

Viele Abhängige in den USA sind über verschreibungspflichtige Schmerzmittel wie Oxycodon in die Heroinsucht gerutscht. Seit den 1990er Jahren wurden die Medikamente sehr freizügig verschrieben.