Um die Flüchtlingskrise besser in den Griff zu bekommen, will Frankreich in den Transitländern Schutzbedürftige identifizieren, die ein Recht auf Asyl haben. Um den "Zustrom von Wirtschaftsflüchtlingen" einzudämmen, sollten Ausreisewillige ohne Chance auf Asyl zudem besser über die "Situation" aufgeklärt werden, sagte Präsident Emmanuel Macron. Bereits Ende Oktober sollten erste Mitarbeiter der französischen Flüchtlingsbehörde Ofpra in die Region reisen.

Nach Angaben von Macron will Frankreich in den kommenden zwei Jahren 10.000 Flüchtlinge über das Umsiedlungsprogramm des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR aufnehmen. Davon sollen 3.000 in Zusammenarbeit mit dem UNHCR im Niger und im Tschad ausgewählt werden, die restlichen in der Türkei, im Libanon und in Jordanien, teilte der französische Innenminister Gérard Collomb mit.

Mit der Ankündigung setzt Macron die Zusage eines Gipfeltreffens zur Flüchtlingskrise um, an dem Ende August in Paris auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie die Staats- und Regierungschefs Spaniens, Italiens, Libyens, des Tschad und des Niger teilgenommen hatten. Die europäischen Staaten beschlossen dabei, die Asylchancen von Flüchtlingen künftig möglichst  schon im Tschad und im Niger zu prüfen.

Zuvor hatte Macron mit der Ankündigung für Aufregung gesorgt, noch in diesem Sommer Hotspots in Libyen einzurichten. Später nahm das Präsidentenbüro die Aussage zurück und erklärte, wegen der großen Sicherheitsprobleme in dem Krisenstaat seien solche Registrierungsstellen für Flüchtlinge dort derzeit nicht möglich.