Uhuru Kenyatta hat die von der Opposition boykottierte Präsidentenwahl in Kenia gewonnen. Der alte und vermutlich neue Staatschef habe bei der Wahl 98,26 Prozent der Stimmen erhalten, sagte der Leiter der Wahlkommission Wafula Chebukati.

Die Wahl war am Donnerstag wiederholt worden, nachdem das oberste Gericht die vorherige Abstimmung vom 8. August wegen Unregelmäßigkeiten für ungültig erklärt hatte.

Vor der wiederholten Wahl hatte der Oppositionsführer Raila Odinga seine Kandidatur aus Protest zurückgezogen und zum Boykott der Wahl aufgerufen. Sein Aufruf zeigte Wirkung. Schätzungsweise weniger als 35 Prozent der 19,6 Millionen registrierten Wähler gingen an die Urnen, nachdem sich im ersten Durchgang noch fast 80 Prozent beteiligt hatten.

Wahl war von Ausschreitungen begleitet

Unterstützer Odingas stießen am Wahltag und in den Tagen danach im Westen Kenias und Teilen Nairobis mit der Polizei zusammen, mindestens vier Menschen kamen ums Leben. In einigen Regionen, in denen die Opposition stark ist, konnte aus Sicherheitsgründen nicht abgestimmt werden. Dort leben überwiegend Angehörige der Volksgruppe der Luo, zu der auch Odinga gehört.

Vor der Neuwahl hatte es große Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Abstimmung gegeben. Beim ersten Wahlgang im August wurde Kenyatta zum Sieger erklärt, Odinga zog allerdings vor das oberste Gericht. Dieses annullierte die Wahl überraschend und nannte schwerwiegende Fehler der Wahlkommission als Grund. Als die Kommission aus Sicht von Odinga nicht die nötigen Veränderungen einleitete, um eine faire Wahl zu garantieren, rief er zum Boykott auf.