Venezuelas ehemalige Generalstaatsanwältin Luisa Ortega Díaz hat ein Video veröffentlicht, das beweisen soll, dass der Präsident Nicolás Maduro Bestechungsgeld angenommen hat. Der Mitschnitt zeigt den Chef des brasilianischen Baukonzerns Odebrecht, Euzenando Prazeres de Azevedo im Verhör mit brasilianischen Staatsanwälten. Darin soll er zugegeben haben, Maduro 35 Millionen Dollar für dessen Wahlkampfkampagne 2013 gegeben zu haben.

Odebrecht soll in mehreren lateinamerikanischen Ländern Bestechungsgelder gezahlt haben. Das Unternehmen ist auch verantwortlich für den Schmiergeldskandal in Brasilien, in dessen Zuge gegen mehrere Minister ermittelt wird. Auch Brasiliens Präsident Michel Temer steht unter Druck, wurde aber zuletzt freigesprochen.

"Wir haben verhandelt, ich habe zugestimmt, zu bezahlen und die Mittel wurden freigesetzt", sagte Azevedo in der Videoaufnahme. Im Gegenzug sollen Projekte des Konzerns in Venezuela bevorzugt behandelt worden seien. Maduro soll zuvor 50 Millionen Dollar gefordert haben. 

Ortega Díaz hatte Ende August angekündigt, Beweise für Maduros Bestechlichkeit vorzulegen. Kurz zuvor war sie aus Venezuela nach Kolumbien geflohen. Die Regierung habe Attentäter auf sie angesetzt, sagte sie damals.