Die kurdische Regionalregierung hat in der Auseinandersetzung um die Autonomiebestrebungen angeboten, das Ergebnis des Unabhängigkeitsreferendums einzufrieren. Außerdem würden mit sofortiger Wirkung alle militärischen Operationen in der Region beendet und das Feuer eingestellt. Damit solle der Weg zu Gesprächen mit der irakischen Regierung offen sein. 

Die Kurden wollen mit diesem Schritt weiteres Blutvergießen zwischen kurdischen und irakischen Truppen verhindern, zitiert die Nachrichtenseite Rudaw aus einer Regierungsmitteilung. Vorher waren bereits die Wahlen des Präsidenten und des Parlaments in der Region um acht Monate verschoben worden.

Der Konflikt zwischen Kurden und Zentralregierung war eskaliert, nachdem die Kurden ihre Unabhängigkeitspläne vorangetrieben hatten. Die Regierung in Bagdad lehnt eine solche Abspaltung ab. Sie reagierte mit einer militärischen Offensive und eroberte die Stadt Kirkuk, aus der die kurdischen Peschmerga sich offenbar weitgehend kampflos zurückzogen hatten. Irakischen Sicherheitskreisen zufolge wurde inzwischen auch die Kontrolle über den letzten Distrikt in der ölreichen Region Kirkuk gewonnen.

Der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi wird heute in der Türkei zu Gesprächen mit Ankaras Regierungschef Yıldırım und Präsident Erdoğan erwartet. Die türkische Regierung hatte die irakische Militäroffensive gegen die Kurden unterstützt. Die Bundeswehr bildet kurdische Peschmerga im Kampf gegen den IS aus. Die USA hatten am Freitag die Regierung in Bagdad in dem Konflikt mit den Kurden zu Besonnenheit aufgerufen.