Fast zwei Wochen ist es her, dass Hurrikan Maria über Puerto Rico zog und die Karibikinsel schwer verwüstet zurückließ. Noch immer sind die meisten Einwohner ohne Strom, viele haben kein fließendes Wasser. Vielfach wurde kritisiert, dass die Hilfsmaßnahmen zu langsam anliefen – was auch an die Regierung Donald Trumps gerichtet war. Nun hat der Präsident das US-Außengebiet besucht und sich mit Militärs, Rettungskräften und Regierungsvertretern getroffen. Dabei verglich Trump die Zahl der Toten durch den Hurrikan Maria mit jener des Hurrikan Katrina, der 2005 über mehrere Bundesstaaten im Süden der USA gezogen war.

Der US-Präsident sagte: "Jeder Tod ist ein Horror, aber wenn man sich eine echte Katastrophe wie Katrina anschaut mit Aberhunderten von Toten, und sieht, was hier bei dem Sturm passiert ist (…) mit 16 Toten, könnt ihr sehr stolz sein. 16 gegen Tausende. Ihr könnt sehr stolz auf eure Leute sein, alle unsere Leute arbeiten zusammen." Beim Hurrikan Katrina starben Schätzungen zufolge mehr als 1.800 Menschen.

Zuvor hatte die Bürgermeisterin von Puerto Ricos Hauptstadt San Juan, Carmen Yulín Cruz, an die US-Regierung appelliert: "Wir sterben hier und ihr tötet uns mit der Ineffizienz und eurer Bürokratie." Und weiter: "Ich habe genug davon, höflich zu sein. Ich bin stinksauer." Trump wies die Anschuldigungen zurück und stellte die Führungsfähigkeiten der Rathauschefin infrage. Zudem unterstellte er den Puerto Ricanern eine übertriebene Anspruchshaltung. "Sie wollen, dass alles für sie getan wird, obwohl es eine gemeinschaftliche Anstrengung sein sollte", schrieb er auf Twitter.

Bemängelt wurde vor allem, dass Trump so lange brauchte, um sich um die Katastrophe in Puerto Rico zu kümmern. Nach den Hurrikans Harvey und Irma war er innerhalb von Tagen nach Texas und Florida gereist. Vor seinem Abflug nach San Juan sagte Trump: "Ich glaube, wir haben in Puerto Rico genauso gut reagiert wie in Texas und Florida."

Am Dienstag wollte sich der Präsident auch mit Bürgermeisterin Yulín Cruz treffen. Zudem waren Gespräche mit Hurrikanopfern, Rettungskräften, Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rosselló und dem Gouverneur der ebenfalls hart getroffenen US-Jungferninseln, Kenneth Mapp, geplant.

"Mein Fokus wird darauf liegen, was wir brauchen, um Puerto Rico wiederaufzubauen", sagte Rosselló vor seinem Treffen mit Trump. Der Gouverneur schätzt, dass die Karibikinsel mehr als 60 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau benötigt.

Puerto Rico steckte bereits vor Maria in einer schweren Wirtschaftskrise. Insgesamt liegt die Schuldenlast bei rund 70 Milliarden US-Dollar (rund 64 Milliarden Euro), hinzu kommen ungedeckte Pensionsansprüche. Die Regierung in Washington hat die Insel bereits unter Finanzaufsicht gestellt. Die Verbindlichkeiten sollen nun in einer Art Konkursverfahren restrukturiert werden.

Donald Trump - US-Präsident besucht Puerto Rico Der US-Freistaat Puerto Rico war von Hurrikan Maria verwüstet worden: Die Stromversorgung ist zusammengebrochen, große Teile der Bevölkerung sind ohne Wasser. Nach Kritik an Trumps Katastrophenmanagement ist dieser nun in Puerto Rico eingetroffen. © Foto: Jonathan Ernst/Reuters