Russlands Außenminister Sergej Lawrow hat den von den USA unterstützten syrischen Rebellen "blutige Provokationen" gegen russische Soldaten vorgeworfen. Die Rebellengruppen hätten "andere Terroristen ermutigt", von der syrischen Armee eroberte Gebiete anzugreifen oder sich "absichtlich an blutigen Provokationen gegen unsere Truppen" zu beteiligen, sagte Lawrow der saudischen Zeitung Aschark al-Awsat.

Lawrow bezog sich mit seinem Vorwurf offenbar auf die Syrischen Demokratische Kräfte (SDF), die von der US-geführten Anti-IS-Koalition im Kampf gegen den "Islamischen Staat" unterstützt wird. Er plädierte dafür, dass alle Kriegsparteien nun "ihre geopolitischen Ambitionen aufgeben und zur Wiederherstellung von Stabilität und Sicherheit in Syrien" und dem Rest der Region beitragen sollten. Die internationalen Sanktionen gegen die Regierung des syrischen Machthabers Baschar al-Assad müssten aufgehoben werden.

Das russische Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, dass der Anführer eines Ablegers des Terrornetzwerks Al-Kaida bei einem russischen Luftangriff in Syrien schwer verletzt worden sei. Abu Mohammed al-Dschulani hatte erst vor wenigen Tagen die Führung des radikalislamischen Rebellenbündnisses Haiat Tahrir al-Scham (HTS) übernommen. Bei dem Angriff sollen zwölf Kommandeure der Gruppe getötet worden sein. Das Bündnis kontrolliert weite Teile der Provinz Idlib im Nordwesten Syriens.

In dem seit mehr als sechs Jahren andauernden syrischen Bürgerkrieg unterstützt Russland den Machthaber Al-Assad, die USA unterstützten bislang verschiedene Rebellengruppen mit Waffenlieferungen. US-Präsident Donald Trump hatte diese Unterstützung jedoch für gescheitert erklärt. Im September hatte die kurdisch-arabische SDF Russland Luftangriffe auf ihre Truppen vorgeworfen, bei denen ein Kämpfer getötet worden war.