Thailands Militärregierung will im November 2018 Neuwahlen abhalten. Das kündigte der Juntachef und Premierminister Prayut Chan-o-cha an. Das Militär regiert in Thailand, seit es sich im Mai 2014 nach monatelangen politischen Unruhen mit fast 30 Toten an die Macht geputscht hatte. Neuwahlen hatte die Militärregierung mehrmals verschoben.

Bei einem umstrittenen Volksentscheid im August 2016 hatte das Militär eine neue Verfassung durchgesetzt. Es kann nun unter anderem sämtliche Senatoren bestimmen, außerdem ist es möglich, einen nicht gewählten Regierungschef zu ernennen. Sechs Sitze im Senat sollen Armeekommandeuren vorbehalten sein.

Thailands ehemalige Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra war kurz vor dem Putsch vom Verfassungsgericht abgesetzt. Im September dieses Jahres war sie in Abwesenheit wegen Korruption zu fünf Jahren Haft verurteilt worden.

Shinawatra wird vorgeworfen, mit Subventionen für Reisanbau Kosten in Milliardenhöhe verursacht zu haben. Sie soll sich in Dubai aufhalten. Die ehemalige Ministerpräsidentin hat in Thailand immer noch eine große Anhängerschaft, vor allem in den ärmeren Teilen der Bevölkerung.