Im Bürgerkriegsland Syrien sind noch immer 13 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, die Hälfte von ihnen akut. Die meisten Flüchtlinge seien nicht nach Europa oder in die Nachbarländer gekommen, sondern lebten als Binnenflüchtlinge in ihrem eigenen Land – insgesamt 6,1 Millionen Menschen, betonte UN-Nothilfekoordinator Mark Lowcock in einer Sitzung des UN- Sicherheitsrats per Videoschaltung aus Jordanien.

Allein aus der einstigen IS-Hochburg Al-Rakka im Norden Syriens seien fast eine halbe Million Menschen in alle Himmelsrichtungen vertrieben worden. Aus Deir al-Sur im Osten seien seit August 350.000 Menschen vertrieben worden. "Eine Schlussfolgerung ist offensichtlich", sagte Lowcock. "Die Auswirkungen der Syrien-Krise sind weiterhin tiefgreifend."

Fast drei Millionen Menschen lebten in Gegenden, die für humanitäre Helfer nur schwer erreichbar sind, sagte Lowcock weiter. "Die UN und unsere Partner setzen in Syrien weiterhin eine der größten humanitären Einsätze der Welt um."

Mitglieder des Sicherheitsrats sollen Friedensgespräche begleiten

Großbritanniens UN-Botschafter Matthew Rycroft forderte, dass die ständigen Mitglieder des Sicherheitsrats – also die USA, Frankreich, Großbritannien, Russland und China – die Genfer Gespräche um einen Frieden in Syrien aktiv begleiten müssten. Syrien-Vermittler Staffan de Mistura hatte angekündigt, dass die achte Gesprächsrunde am 28. November in Genf starten soll. Die siebte Runde war im Juli zu Ende gegangen. Ziel ist ein konkreter Fahrplan für eine neue Verfassung und Vorbereitung für Wahlen.