Der Iran hält sich an das internationale Atomabkommen. Das teilte die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in einer offiziellen Erklärung mit. Die Überwachung der Nuklearanlagen der Islamischen Republik funktioniere reibungs- und lückenlos, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano. "Die Behörde hatte Zugang zu allen Orten, die wir aufsuchen wollten", sagte er.

Damit widersprach er der Kritik von US-Präsident Donald Trump an dem Abkommen. Obwohl die Atomenergiebehörde bisher keinen Anhaltspunkt dafür gefunden hat, dass sich der Iran nicht an die Vereinbarungen hält, forderte Trump Sanktionen gegen den Iran. Er verwies dabei auf "mehrfache Verstöße" vonseiten des Irans, führte aber keine Belege an. Außerdem unterstütze der Iran Terrorismus in der Region, so der US-Präsident.

Im Jahr 2015 hatte der Iran in einem internationalen Abkommen versichert, sein Atomprogramm ausschließlich für den zivilen Gebrauch zu nutzen. Aus Sorge, der Iran könnte eine Atombombe bauen, beauftragten die USA, Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland die Internationale Atomenergiebehörde, alle Atomanlagen im Iran zu überwachen. Im Gegenzug lockerten sie bereits bestehende Sanktionen gegen den Iran.

Das internationale Abkommen ist auf die Unterstützung der USA angewiesen. Alle 90 Tage muss die US-Regierung in einer Mitteilung an den Kongress sagen, ob der Iran die Auflagen des Abkommens erfüllt. Im Oktober hat Trump diese Bestätigung unterlassen. Nun könnte der Kongress neue Sanktionen gegen den Iran verhängen – womit das Abkommen hinfällig wäre. Die europäischen Unterzeichnerstaaten versuchen, das Abkommen diplomatisch zu retten.