Nach dem jüngsten Raketentest Nordkoreas schränkt Deutschland seine diplomatischen Beziehungen zu dem Regime in Pjöngjang ein. Ein deutscher Diplomat – aber nicht der Botschafter – werde aus der nordkoreanischen Hauptstadt abgezogen, sagte Außenminister Sigmar Gabriel bei seinem Besuch in Washington. Die Bundesregierung habe zugleich das Regime in Pjöngjang aufgefordert, Diplomaten aus der nordkoreanischen Botschaft in Berlin abzuziehen.

"Der diplomatische Druck wird also erhöht", sagte Gabriel. Zugleich müssten aber vor allem die bereits beschlossenen Sanktionen gegen Nordkorea konsequent umgesetzt werden. Laut Gabriel wurden bereits zwei Mitarbeiter der Deutschen Botschaft Pjöngjang abgezogen. Ob das Botschaftspersonal nun noch weiter reduziert werden soll, werde die Bundesregierung mit den europäischen Partnern absprechen.

Der deutsche Botschafter in Pjöngjang, Thomas Schäfer, zählt zu den erfahrensten westlichen Diplomaten in Nordkorea. Er war schon von 2007 bis 2010 Botschafter dort und kehrte 2013 nach Pjöngjang zurück. Die DDR hatte von 1949 bis 1990 diplomatische Beziehungen zu Nordkorea, die Bundesrepublik Deutschland erst seit 2001.

Haley droht dem Regime mit "vollkommener Zerstörung"

Die amerikanische UN-Botschafterin Nikki Haley hatte die Weltgemeinschaft während einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates aufgefordert, ihre diplomatischen und Handelsbeziehungen mit Nordkorea zu beenden. Der Sicherheitsrat war zusammengekommen, um nach dem jüngsten Raketentest des kommunistischen Landes die Lage zu beraten. Laut Haley habe zudem US-Präsident Donald Trump in einem Telefonat mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping gefordert, dass China sämtliche Öllieferungen an Nordkorea stoppe.

Die US-Diplomatin warnte außerdem, dass im Falle eines Krieges die Führung in Nordkorea "vollkommen zerstört" werde. Mit dem Test einer Interkontinentalrakete habe sich das Land für "Aggression entschieden" statt für einen friedlichen Prozess, sagte Haley. Das Verhalten Nordkoreas sei immer weniger tolerierbar. 

Nordkorea testete am Mittwoch eine Interkontinentalrakete vom Typ Hwasong-15. Das autokratisch geführte Land erklärte danach, das gesamte US-Festland liege in Reichweite nordkoreanischer Raketen. Die USA, Japan und Russland verurteilten den Test. China äußerte seine "große Sorge" und zugleich die Hoffnung auf eine "friedliche Beilegung" des Konflikts. Trump kündigte neue Strafmaßnahmen gegen Nordkorea an.