Russland-Affaire - Trump Jr. hatte im Wahlkampf Kontakt zu Wikileaks Donald Trump Jr. tauschte im Wahlkampf Nachritten mit Wikileaks aus. Die Plattform gab auch Ratschläge für den Fall, dass sein Vater die Wahl verlieren sollte. © Foto: Mike Segar / Reuters

In der Russland-Affäre um den US-Präsidenten ist bekannt geworden, dass Donald Trumps ältester Sohn während des Wahlkampfs Kontakt mit der Enthüllungsplattform WikiLeaks hatte. Donald Trump Jr. veröffentlichte am Montagabend (Ortszeit) Nachrichten, die eine Kommunikation zwischen ihm und dem Twitterkonto von WikiLeaks zeigen und in denen es auch um Leaks auf der Plattform geht. Zuvor hatte das Magazin The Atlantic über den Austausch berichtet.

Der 39-Jährige bemühte sich, die Bedeutung der Mitteilungen herunterzuspielen. Es gehe um "drei enorme Antworten" von ihm selbst, schrieb er auf Twitter. WikiLeaks hatte während des Präsidentschaftswahlkampfs gehackte E-Mails aus dem demokratischen Lager um Hillary Clinton veröffentlicht. Das schadete Clinton extrem. US-Geheimdienste beschuldigen die russische Regierung, hinter den Hacking-Angriffen zu stehen.

Aus den Nachrichten, die Trump Jr. jetzt veröffentlicht hat, geht hervor, dass er mehrfach Anfragen von WikiLeaks bekam, auch noch im Juli dieses Jahres. Er selbst antwortete nur drei Mal. Einige der Nachrichten stammen aus der Zeit, als die Plattform noch dabei war, gestohlene E-Mails von Clintons Wahlkampfmanager John Podesta zu veröffentlichen.

Assange kommentiert nicht

WikiLeaks schickte Trump Jr. zunächst im September 2016 eine Frage zu dem Initiator eines politischen Aktionskomitees. Er antwortete, er wisse nicht, wer das sei, werde sich aber umhören. In der nächsten Nachricht bat WikiLeaks ihn, einen Bericht über Clinton öffentlich zu kommentieren. Trump Jr. entgegnete, er habe das schon getan. Dann fügte er hinzu: "Es ist erstaunlich, womit sie durchkommt." In der dritten Nachricht fragte Trump Jr. WikiLeaks, was hinter einer Enthüllung stecke, von der er gelesen habe. Die Plattform bat ihn dann darum, einen Link zu verbreiten. Dies tat er zwei Tage später.

Danach finden sich keine weiteren Antworten des 39-Jährigen unter den veröffentlichten Nachrichten. Es folgen nur noch Mitteilungen von WikiLeaks. So schlug ihm die Enthüllungsplattform im Oktober 2016 vor, er solle WikiLeaks die Steuererklärung seines Vaters geben, damit diese sie dann enthüllen könnte. Außerdem riet die Plattform, Trump dürfe sich im Falle einer Niederlage am Wahltag nicht geschlagen geben, sondern müsse das Ergebnis anfechten.

WikiLeaks-Gründer Julian Assange schrieb zunächst auf Twitter, er könne die Nachrichten nicht bestätigen. Nachdem Trump Jr. sie jedoch veröffentlicht hatte, verbreitete er sie über den  Kurznachrichtendienst weiter.

Trump hatte Kontakt mit einer russischen Anwältin

Die Angelegenheit ist für Trump Jr. heikel, weil er ohnehin im Fokus der Russland-Affäre steht. Im Juli hatte er einräumen müssen, sich während des Wahlkampfs mit einer russischen Anwältin getroffen zu haben. Aus E-Mails geht hervor, dass er der Begegnung zugestimmt hatte, weil ihm kompromittierendes Material über Clinton versprochen worden war. In einer E-Mail an ihn ist von einem Versuch der russischen Regierung die Rede, dem älteren Trump zu helfen. Dies gilt als Indiz dafür, dass Mitglieder aus Trumps Wahlkampflager bereit gewesen sein könnten, mit Russland zusammenzuarbeiten, um den Wahlkampf zu beeinflussen.

In der letzten Nachricht vom Juli ging WikiLeaks auf genau dieses Thema ein. Man sei sehr daran interessiert, Kopien der E-Mails zu veröffentlichen, die zu dem Treffen geführt hätten, heißt es darin. Trump Jr. reagierte darauf nicht, veröffentlichte die E-Mails aber später selbst.

Die Russland-Affäre wird von einem Sonderermittler und mehreren Komitees des Kongresses untersucht. Trump Jr. erklärte am Montagabend, einer dieser Ausschüsse stecke hinter der Enthüllung seiner Kommunikation mit WikiLeaks. Das Magazin The Atlantic hatte berichtet, seine Anwälte hätten diese an die Ermittler im Kongress übergeben.