Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat einen Aktionsplan vorgelegt, mit dem er Frauen in Frankreich besser vor sexueller Belästigung und Gewalt schützen will. "Unsere gesamte Gesellschaft ist an Sexismus erkrankt", sagte Macron in seiner Rede zum Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Frankreich dürfe nicht eines der Länder sein, in dem Frauen Angst haben. Die Gesellschaft habe eine Dominanz der Männer geschaffen, der ein Ende gesetzt werden müsse.

Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Haushalt des Staatssekretariats für Gleichstellung 2018 deutlich erhöht werden. Das Budget sei bereits jetzt um 13 Prozent gestiegen, sagte der Präsident. Auch über Ministeriengrenzen hinweg soll mehr Geld für Gleichberechtigung ausgegeben werden.

Macron will außerdem, dass entsprechende Gesetze verschärft werden: Erwachsene sollen sich künftig strafbar machen, wenn sie mit Jugendlichen unter 15 Jahren Sex haben, Belästigungen auf der Straße sollen mit hohen Geldbußen geahndet werden können. Es soll einfacher werden, Anzeige zu erstatten: Opfer können sich in Zukunft über eine Onlineplattform an die Polizei wenden. Der Zugang zu pornografischen Inhalten soll strikter kontrolliert werden. Zudem sollen in Krankenhäusern besondere Anlaufstellen für Gewaltopfer geschaffen werden.    

Feministische Vereine begrüßten Macrons Ankündigungen, forderten aber mehr Geld für deren Umsetzung. Die ressortübergreifend geplanten 420 Millionen Euro seien nicht ausreichend, erklärten die Aktivistinnen Caroline De Haas und Ernestine Ronai.

Den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen nahmen in Madrid Tausende Menschen zum Anlass, um demonstrieren zu gehen. Sie hielten Schilder mit Aufschriften wie "Das sind keine Todesfälle, das sind Morde" oder "Wie viele müssen noch sterben?". Nach Angaben der Regierung wurden in Spanien seit Jahresbeginn 45 Frauen von ihren Partnern oder Ex-Partnern getötet. Auch in Istanbul nahmen mehr als 1.000 Menschen an einer verbotenen Demonstration gegen Gewalt an Frauen und Mädchen teil. Die Polizei verhinderte den friedlichen Protestmarsch nicht.