Die britische Premierministerin Theresa May hat der russischen Regierung vorgeworfen, die westlichen Gesellschaften mit Hackerangriffen und Fake-News destabilisieren zu wollen. "Russland setzt seine Staatsmedien ein, um gefälschte Geschichten und Bilder zu platzieren, um damit Zwietracht im Westen zu säen und unsere Institutionen zu unterminieren", sagte May laut BBC in einer Rede vor Wirtschaftsvertretern in London.

Russland sei wiederholt in die Lufträume europäischer Staaten eingedrungen und habe mehrere Cyberangriffe gestartet. "Das beinhaltet die Einmischung in Wahlen und Hacks gegen das dänische Verteidigungsministerium und den Bundestag und viele andere."

Sie habe eine sehr einfache Botschaft an Russland: "Wir wissen, was Sie tun. Und Sie werden keinen Erfolg haben", sagte May. "Denn Sie unterschätzen die Widerstandsfähigkeit unserer Demokratien, die andauernde Anziehungskraft freier und offener Gesellschaften und das Engagement der westlichen Nationen für die Allianzen, die uns verbinden."

May fordert "Bollwerk gegen russische Agitationen in Europa"

Großbritannien bekenne sich weiterhin zur Nato und werden einen Brexit-Deal sicherstellen, "der unsere liberalen Werte stärkt". Eine starke wirtschaftliche Partnerschaft zwischen EU und Großbritannien könne ein "Bollwerk gegen russische Agitationen in Europa" sein.

Großbritannien sei jedoch nicht auf eine fortwährende Konfrontation mit Russland aus, sagte die Regierungschefin. Russlands Präsident Wladimir Putin müsse jedoch einen völlig anderen Weg einschlagen, als er es in den vergangenen Jahren getan hätte, mit der Annexion der Krim, der Einmischung in den Ukraine-Konflikt und den Cyberangriffen auf europäische Regierungen und Parlamente. Russland könne ein wertvoller Partner für den Westen sein, wenn es nach den Regeln spielte.

Der britische Außenminister Boris Johnson werde im kommenden Monat nach Moskau reisen, um mit der russischen Regierung über die künftige Beziehung zwischen den Ländern zu sprechen, sagte May.