Mit einem Screenshot aus einem Videospiel hat das russische Verteidigungsministerium versucht zu beweisen, dass die USA mit der Terrororganisation IS kooperieren. Das Ministerium postete als "unbestreitbaren Beweis" auf Facebook und Twitter fünf Fotos aus der syrisch-irakischen Grenzregion, die die Zusammenarbeit belegen sollten. Russische Drohnen hätten sie dort aufgenommen. Follower erkannten, dass es sich bei einem Foto um einen Screenshot aus dem Spiel AC-130 Gunship Simulator: Special Ops Squadron handelt. 

Auch die vier anderen geposteten Fotos entlarvten User in wenigen Stunden als Fälschung. Sie entstammen offensichtlich einem Video des irakischen Verteidigungsministeriums aus dem Sommer 2016, das zeigt, wie die irakische Luftwaffe den IS angreift. Die Aktivistengruppe Conflict Intelligence Team speicherte die geposteten Fotos und stellte sie ihren Originalen gegenüber.

Das Ministerium hatte die verbreiteten Aufnahmen als Beweis dafür bezeichnet, dass "die USA IS-Kampfeinheiten Schutz bieten". Nach einigen Stunden löschte das Verteidigungsministerium die Bilder und sprach von einem Fehler eines externen Mitarbeiters. Dennoch blieb das Ministerium bei seinen Vorwürfen und ersetzte das angebliche Beweismaterial durch neue Fotos, die eine Kooperation der USA und des IS belegen sollen. Es sei eine "feststehende Tatsache", dass sich das US-Kommando am 9. November einem Angriff auf einen IS-Konvoi nahe der syrisch-irakischen Grenze verweigert habe.

In der Vergangenheit hatte Russland der Regierung in Washington bereits vorgeworfen, die Bekämpfung des IS im Irak nur "vorzutäuschen" und Dschihadisten ins benachbarte Syrien zu lassen, wo die USA und Russland auf gegnerischen Seiten stehen. Das Pentagon wies die Anschuldigungen zurück.

In einem ähnlichen Fall hatte Russlands Präsident Wladimir Putin laut russischen Medienberichten Filmmaterial vom Kampf des US-Militärs gegen die Taliban in Afghanistan als Bilder von den Erfolgen der russischen Luftwaffe in Syrien ausgegeben. Auch diese Vorwürfe wies der Kreml zurück.