Nicolás Maduro hat eine Neuordnung der Schulden seines in der Wirtschaftskrise steckenden Landes angekündigt: Die Refinanzierung und Umstrukturierung aller Schulden Venezuelas werde in Angriff genommen, sobald der staatliche Ölkonzern PDVSA Anleihezahlungen in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar (rund eine Milliarde Euro) geleistet habe, sagte der venezolanische Präsident im Staatsfernsehen. Die Zahlung werde den Berichten zufolge am Freitag fällig.

Maduros Restrukturierungspläne könnten Experten zufolge die schwerste Schuldenkrise in Südamerika seit der Staatspleite Argentiniens 2001 auslösen. Venezuelas Schulden werden auf 150 Milliarden Dollar geschätzt. Die Devisenreserven des Landes belaufen sich auf weniger als zehn Milliarden Dollar. Im Juli hatte die US-Ratingagentur Standard & Poor's die ohnehin schon schwache Bonität Venezuelas weiter herabgestuft und von einem negativen Ausblick gesprochen.

Die größten Gläubiger des Landes sind China und Russland. Die USA haben Venezuela mit Sanktionen belegt. US-Präsident Donald Trump untersagte per Dekret den Handel mit neuen venezolanischen Staatsanleihen. Betroffen ist davon auch der Ölkonzern PDVSA, der eine wichtige Einnahmequelle für Venezuela darstellt. Ölverkäufe stehen für 95 Prozent der Exporte und bilden das Fundament der venezolanischen Wirtschaft. Die Einnahmen des Konzerns sind zuletzt wegen fallender Erdölpreise deutlich zurückgegangen.

Kurz zuvor hatte Maduro neue Geldscheine im Nennwert von 100.000 Bolivar vorgestellt. Die neue Note ist eine weitere Reaktion auf die anhaltende Inflation im Land. Im Zuge des monatelangen Machtkampfes und der Auseinandersetzung mit der Opposition zog die Geldentwertung in Venezuela weiter an.

In Venezuela gibt es seit Monaten einen Machtkampf zwischen dem linksnationalistischen Staatschef Maduro und der Mitte-rechts-Opposition. Die Opposition erkennt die im Juli eingesetzte verfassunggebende Versammlung nicht an und macht den Staatschef für die wirtschaftliche Misere in dem ölreichen Land verantwortlich. Die Geldentwertung zog im Zuge dieser Krise an.