Der Rücktritt von Libanons Ministerpräsident Saad al-Hariri hat die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Libanon verstärkt. "Wir werden die libanesische Regierung als eine Regierung behandeln, die uns den Krieg erklärt hat", sagte der Golfminister des Königreichs, Thamer al-Sabhan dem Sender Al-Arabiya.

Al-Hariri hatte seinen Rücktritt unter anderem damit begründet, dass er sich von Hisbollah bedroht fühlt. Hisbollah ist eine mächtige militärische und politische Organisation. Sie ist auch in der Regierungskoalition vertreten, die Al-Hariri vergangenes Jahr gebildet hatte.

In Saudi-Arabien befürchtet man nach dem Rücktritt Al-Hariris nun, dass Hisbollah mittlerweile den Libanon kontrolliert. "Der Libanon wurde von den Milizen der Hisbollah gekidnappt und dahinter steckt der Iran", sagte Thamer al-Sabhan. Der Iran gilt als Erzfeind Saudi-Arabiens.

Al-Sabhan forderte den Libanon nun auf, den Einfluss Hisbollahs zurückzudrängen. "Wir erwarten vom Libanon, dass er Hisbollah aufhält." Die Libanesen müssten handeln, "bevor sie an den Punkt gelangen, von dem es keine Rückkehr gibt".

Hisbollah sei eine terroristische Bedrohung für Saudi-Arabien, sagte Al-Sabhan. Man werde politische und andere Mittel nutzen, um die "Partei des Satans" zurückzudrängen.