Mehrere Palästinensergruppen haben sich auf Parlaments- und Präsidentschaftswahlen bis Ende 2018 geeinigt. Darauf verständigten sich die einst tief verfeindeten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas und elf weitere Gruppierungen. Das Datum soll die palästinensische Regierung von Präsident Mahmud Abbas festlegen. Die Ankündigung folgt auf das Versöhnungsabkommen, das die Hamas und Fatah Mitte Oktober unterzeichneten. Seit 2006 gab es in den Palästinensergebieten keine Parlamentswahlen mehr.

Hamas und Fatah hatten am Dienstag in Kairo Versöhnungsgespräche aufgenommen, die ebenfalls Teil des Versöhnungsabkommens sind. Ziel ist nach zehn Jahren der Spaltung eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland. Die bisher nur das Westjordanland kontrollierende palästinensische Regierung von Präsident Mahmud Abbas soll bis zum 1. Dezember die vollständige Verwaltung des Gazastreifens übernehmen. Die Kontrolle des ersten Grenzübergangs zwischen dem Gazastreifen und Ägypten hat die radikalislamische Hamas bereits an die Palästinenserbehörde übergeben.

Streitpunkt der jüngsten Verhandlungen in Kairo war vor allem die Zukunft des bewaffneten Teils der Hamas, der 25.000 Kämpfer angehören. Während Abbas wiederholt betonte, in den Palästinensergebieten nur eine einzige militärische Autorität zu akzeptieren, lehnen Hamas-Vertreter eine Entwaffnung ab.

Die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Fatah hatte 2007 nach einem Bürgerkrieg im Gazastreifen die Kontrolle an die islamistische Hamas verloren. Diese spricht Israel das Existenzrecht ab und wird im Westen als terroristische Gruppierung eingestuft.