US-Präsident Donald Trump hat bei einem Besuch in Manila sein gutes Verhältnis zum umstrittenen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte hervorgehoben. Die Menschenrechte hätten bei dem Treffen keine große Rolle gespielt, sagte Trumps Sprecherin Sarah Huckabee Sanders nach dem Treffen am Rande des Gipfels der südostasiatischen Staatengemeinschaft Asean. Er habe sie nur kurz angesprochen. Der Sprecher Dutertes sagte mehrfach, dass die Präsidenten in ihrem 40-minütigen Gespräch überhaupt nicht über die Menschenrechte gesprochen hätten.

Duterte wird wegen seines brutalen Vorgehens und außergerichtlicher Tötungen von mutmaßlichen Drogenkriminellen im In- und Ausland kritisiert. Menschenrechtsgruppen hatten Trump aufgefordert, den von Duterte entfesselten Drogenkrieg klar zu verurteilen. Der philippinische Präsident hatte aber bereits am Sonntag gesagt, er erwarte von Trump keine Ermahnung zu diesem Thema.

Mit Duterte verbinde ihn eine "tolle Beziehung", sagte Trump nach dem Treffen. Schon davor hatte Trump von "sehr erfolgreichen" Gesprächen mit seinem 72 Jahre alten Amtskollegen gesprochen. Auch für die Philippinen an sich war Trump voll des Lobes. Das Wetter sei immer gut, sagte er laut einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung. Auch das "enorme" Talent, das Musiker und Tänzer am Vorabend zur Schau gestellt hätten, sei fantastisch gewesen. "Ich habe es wirklich genossen, hier zu sein." Bei der großen Gala am Abend vor den Gesprächen hatte Duterte – angeblich auch auf Wunsch des US-Präsidenten – ein philippinisches Liebeslied zum Besten gegeben.

Philippinen - Trump lobt Fortschritte in Handelspolitik US-Präsident Donald Trump hat in Manila eine positive Bilanz seiner Asienreise gezogen. Zu Präsident Dutertes scharfem Kurs im Antidrogenkampf äußerte er sich nicht. © Foto: Jonathan Ernst/Reuters

"Trump Asiens" lässt Tausende mutmaßliche Kriminelle erschießen

Duterte wird wegen seiner sprunghaften Politik, seinem Hang zu derben Worten und seiner Verachtung für die Medien und Menschenrechte oft als "Trump Asiens" bezeichnet. Bis zu Dutertes Amtsantritt waren die Philippinen einer der wichtigsten und loyalsten Verbündeten der USA in Asien. Zuletzt hatten sich die Beziehungen aber deutlich abgekühlt. Duterte beleidigte Trumps Vorgänger Barack Obama wiederholt als "Hurensohn" und verkündete im vergangenen Jahr eine "Trennung von den USA". Bei dem Treffen mit Trump sagte Duterte nun, die Philippinen stünden eng zu den USA. "Wir sind ein wichtiger Verbündeter", fügte der Staatschef hinzu.

Seit Dutertes Amtsantritt hat die philippinische Polizei nach eigenen Angaben fast 4.000 Menschen im Kampf gegen die Drogenkriminalität getötet, andere Quellen sprechen von mehr als 13.000 Toten. Menschenrechtsgruppen sprechen von einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Duterte brüstet sich sogar damit, als Bürgermeister der Stadt Davao höchstpersönlich Kriminelle erschossen zu haben. Vergangene Woche sagte er in Vietnam, er habe schon als 16-Jähriger einen Menschen erstochen.

In Manila protestierten unterdessen fast 2.000 Menschen gegen Trump. Die Demonstranten trugen auch Figuren des US-Präsidenten, darunter eine mit vier Armen in der Form eines Hakenkreuzes, durch die Straßen. Die Polizei setzte Wasserwerfer gegen die Demonstranten ein.