Simbabwes Präsident Robert Mugabe steht nach dem Eingreifen der Armee unter Hausarrest. Er habe in einem Telefonat mit dem südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma gesagt, dass er "in seinem Haus festgehalten" werde, teilte Zumas Büro mit. Mugabe habe in dem Gespräch zugleich versichert, dass er wohlauf sei.

Um bei der friedlichen Beilegung der Krise zu helfen, sollen die südafrikanische Verteidigungsministerin Nosiviwe Mapisa-Nqakula und Sicherheitsminister Bongani Bongo nach Simbabwe reisen. Sie werden sich mit dem Präsidenten und der Militärführung besprechen, wie es von der südafrikanischen Regierung hieß.

Harare - Militär übernimmt Macht in Simbabwe Soldaten und gepanzerte Fahrzeuge blockierten in der Hauptstadt die Zufahrtsstraßen zu den wichtigsten Regierungsgebäuden, zum Parlament und zu den Gerichten. Ein Militärsprecher rief die Machtübernahme aus. © Foto: Getty Images

Simbabwes Streitkräfte hatten am Mittwochmorgen die Macht übernommen. Es handle sich jedoch nicht um einen Putsch, sondern nur um eine zeitweise Maßnahme, teilte das Militär mit. Es gehe darum, eine "sich verschlimmernde politische, soziale und wirtschaftliche" Krise zu überwinden, sagte Generalmajor Sibusiso Moyo in einer Ansprache im staatlichen Fernsehen. Verbrecher in Mugabes Umfeld sollten zur Strecke gebracht werden, die Sicherheit der von Mugabe und seiner Frau Grace sei garantiert.

Heereschef reiste nach China

Gleichzeitig wurde bekannt, dass der Heereschef Simbabwes, Constantino Chiwenga, kürzlich im chinesischen Verteidigungsministerium in Peking empfangen wurde. Auf dem Mikroblog des Pekinger Ministeriums erschien am 10. November ein Foto, das Chiwenga beim Händeschütteln mit Verteidigungsminister Chang Wanquan zeigte. China dementierte jedoch eine Verbindung zwischen dem Treffen und dem Einschreiten der Armee in Simbabwe: Es habe sich um "einen normalen militärischen Austausch" gehandelt, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

China ist einer der entschiedensten internationalen Unterstützer Mugabes und hält an ihm bisher trotz wachsender internationale Kritik an seiner autokratischen Herrschaft fest. Die Zusammenarbeit geht bis in den von Mugabe geführten Unabhängigkeitskampf gegen die britische Kolonialmacht in den 1970er Jahren zurück.

Der Verband der Veteranen des Unabhängigkeitskriegs, neben dem Militär eine wichtige Säule der Macht Mugabes, lobte das Vorgehen des Heeres als "unblutige Korrektur groben Machtmissbrauchs". Ihr Vorsitzender Chris Mutsvangwa sagte der Nachrichtenagentur AP, das Militär werde Simbabwe wieder zu einer "echten Demokratie" zurück führen.

Es ist das erste Mal, dass das Militär sich offen gegen Mugabe wendet, der seit der Unabhängigkeit vor 37 Jahren Simbabwe autokratisch regiert. In letzter Zeit haben sich Personen mit Ambitionen auf die Nachfolge des 93-jährigen positioniert, darunter Mugabes Frau Grace und der vor einer Woche entlassene Vizepräsident Emmerson Mnangagwa. Der 71-jährige war ein langjähriger Weggefährte Mugabes. Er floh vergangene Woche aus dem Land und kündigte an, er werde zurückkommen, um es zu führen.