Robert Mugabe, der langjährige Präsident von Simbabwe, hat seinen Rücktritt erklärt. Das hat Parlamentspräsident Jacob Mudenda verkündet. Er habe einen Brief Mugabes erhalten, in dem dieser seinen Rücktritt mit sofortiger Wirkung mitgeteilt habe, sagte Mudenda vor den Abgeordneten des Parlaments. Die Regierungspartei Zanu-PF teilte mit, der von Mugabe entlassene Vizepräsident Emmerson Mnangagwa werde die Amtsgeschäfte binnen 48 Stunden übernehmen. 

Der Schritt Mugabes kommt überraschend, da sich der 93-Jährige bis zuletzt geweigert hatte, freiwillig auf sein Amt zu verzichten. Deshalb wollte das Parlament in Harare am Nachmittag auch ein Amtsenthebungsverfahren gegen Mugabe einleiten. Zu Beginn der Sitzung hatte Mudenda gesagt: "Dieser Schritt ist beispiellos in der Geschichte des unabhängigen Simbabwe." Später unterbrach er die Sitzung, um die Parlamentarier über den Brief zu unterrichten.

Bei den versammelten Abgeordneten brach Jubel aus, vereinzelt tanzten die Parlamentarier durch den Saal. Es waren aber auch Buhrufe zu hören. Auch auf den Straßen Harares wurde gefeiert, als die Nachricht bekannt wurde.

Mugabe hatte noch für den Dienstagmorgen eine Kabinettssitzung in seinem Amtssitz einberufen. Doch nach Angaben der Fraktionsführung seien die Minister dazu aufgerufen gewesen, den Aufruf zu boykottieren und hätten sich auch daran gehalten. Stattdessen hätten sie sich in der Parteizentrale eingefunden, um die Absetzung Mugabes einzuleiten.

Vergangene Woche hatte die Armee die Macht übernommen in dem Staat, den Mugabe 37 Jahre regiert hatte. Noch am Wochenende sagte Mugabe, er werde den Kongress der Zanu-PF im Dezember leiten. In einer Rede gab er zu, dass es Kritik an ihm gebe – von der Partei, der Armee und auch aus dem Volk. Dennoch lehnte er einen freiwilligen Rücktritt ab.

Am Sonntag wurde Mugabe von seiner Partei Zanu-PF ausgeschlossen. Die Regierungspartei führte außerdem Gespräche mit der Opposition, um eine Mehrheit für ein Amtsenthebungsverfahren zu sichern. Das angestrebte Verfahren gegen Mugabe hätte jedoch ein langwieriger Prozess werden können, der mehrere Stufen hätte durchlaufen müssen. Mit dem angekündigten Rücktritt Mugabes ist dieser hinfällig geworden.

Mnangagwa war von der Regierungspartei bereits am Wochenende für die Nachfolge Mugabes nominiert worden. Das Volk wolle Mugabes Rücktritt, sagte Mnangagwa. "Nie wieder sollte die Nation als Geisel genommen werden von einer Person, die im Amt sterben möchte, egal, welche Kosten dies für das Land hat."

Mugabe führte Simbabwe seit der Unabhängigkeit 1980 und unterstützte auch den Kampf für die Abschaffung der Apartheid im benachbarten Südafrika. Kritiker warfen ihm vor, an der Macht zu kleben und damit Wirtschaft, Demokratie und Justiz in Simbabwe zu schaden. Zudem habe er Gewalt eingesetzt, um politische Gegner zu bekämpfen.

Simbabwe - Präsident Mugabe tritt offenbar zurück Der Parlamentspräsident von Simbabwe hat verkündet, dass der langjährige Präsident Robert Mugabe sein Amt freiwillig aufgebe. Bei den versammelten Abgeordneten brach Jubel aus. © Foto: Mike Hutchings, Reuters