Die Militärübungen Südkoreas und der USA sowie die Drohungen des US-Präsidenten mit einem Präventivschlag machen nach Ansicht von Nordkorea einen Krieg unvermeidbar. Es sei eine "feststehende Tatsache", sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums. "Die offene Frage ist jetzt: Wann wird der Krieg ausbrechen?" Nordkorea werde sich nicht verstecken, auch wenn das Land eigentlich keinen Krieg wolle.

Pjöngjang sieht die Zurschaustellung der amerikanischen Militärmacht auf der Koreanischen Halbinsel kritisch. Luftwaffenübungen werden als Vorbereitung für eine Invasion verstanden. Die B-1-Bomber gelten nach nordkoreanischem Verständnis als "nuklear-strategische" Flieger. Die Langstreckenbomber wurden aber Mitte der 1990er-Jahre für den konventionellen Einsatz umgebaut.

Der Konflikt auf der Koreanischen Halbinsel hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschärft. Nach einem erneuten Raketentest Nordkoreas starteten die USA und Südkorea am Montag ein groß angelegtes Militärmanöver in der Region. Zudem trug ein monatelanger Schlagabtausch zwischen US-Präsident Donald Trump und dem nordkoreanischen Staatsoberhaupt zu der derzeitigen schwierigen Situation bei.

Chinesische Zeitung warnt Bürger

Angesichts der wachsenden Unsicherheit gab eine chinesische Zeitung ihren Lesern Ratschläge für den Fall eines Atomangriffs. Bewohner sollten etwa Türen und Fenster schließen und Hab und Gut gründlich waschen, riet die Staatszeitung Jilin Daily, die in der Provinz Jilin im Nordosten Chinas an der Grenze zu Nordkorea erscheint.

In einem bunten Comic empfahl sie zudem, Gesichtsmasken zu tragen und Jod-Tabletten einzunehmen, die verhindern sollen, dass sich radioaktives Jod in der Schilddrüse sammelt. Jilin Daily begründete die Hinweise nicht explizit mit einer Bedrohung aus Nordkorea. Die Provinz war allerdings eine von vier, in der es während Nordkoreas Atomwaffentests im September Erderschütterungen gab.

Nordkorea - Sanktionen belasten Sonderwirtschaftszone In der Sonderwirtschaftszone Rasŏn an der Grenze zu China und Russland haben sich jahrelang internationale Firmen angesiedelt. Die neuen Sanktionen machen der Stadt zu schaffen. © Foto: Ed Jones/AFP/Getty Images