Die Europäische Union gibt Großbritannien Zeit bis Sonntag für eine erste Vereinbarung zum Brexit. "Wir sind bereit, Premierministerin May zu jeder Zeit zu empfangen, sobald sie [die Briten] bereit sind", sagte der Sprecher der EU-Kommission, Margaritis Schinas. Allerdings müsse dies noch diese Woche geschehen. "Und unsere Arbeitswoche schließt den Sonntag mit ein." Zudem sagte Schinas, man stehe mit der Regierung in London und den übrigen 27 EU-Staaten in stetem Kontakt, insbesondere mit Irland.

Berichte über eine Verlängerung der Frist über Sonntag hinaus seien falsch, sagte der Sprecher. Er verwies auf die benötigte Vorbereitungszeit für den EU-Gipfel Ende kommender Woche, der die zweite Phase der Brexit-Verhandlungen einläuten soll. Die Staats- und Regierungschefs der anderen 27 Mitgliedstaaten wollen dann entscheiden, ob "ausreichende Fortschritte" bei zentralen Austrittsfragen in den Verhandlungen mit Großbritannien erzielt wurden.

Streit um Sonderstatus Nordirlands

Die Europäische Union und Großbritannien verhandeln seit Juni über die Bedingungen, unter denen die Briten bis 2019 aus der EU austreten sollen. Vergangene Woche wollten sich die Verhandlungspartner auf Kompromisse einigen, doch May konnte letztlich nicht zustimmen, weil sich ihr Partner im Parlament, die nordirische Partei DUP, querstellte.

Die DUP lehnt jeden Sonderstatus für Nordirland ab. May hatte zuletzt bekräftigt, dass dieser nicht geplant sei.

Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber sagte, die angestrebte Einigung fuße auf einer Sonderregelung für Nordirland. Ziel der EU sei es, Grenzkontrollen auf der irischen Insel zu vermeiden, um den Frieden dort zu wahren, sagte der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei (EVP). "Und dann ergeben sich daraus die logischen Konsequenzen, zum Beispiel, dass dann logischerweise Nordirland Teil des Binnenmarkts, also der Wirtschaftsunion Europas, sein muss und bleiben muss, und dass dann Sonderregelungen für Nordirland greifen."