Der Plan ist nicht neu, war bislang jedoch international umstritten. Jetzt hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump offenbar zugestimmt, Waffen in die Ukraine zu liefern. Nach Informationen des amerikanischen Senders ABC News soll die Lieferung auch Panzerabwehrraketen des Typs Javelin einschließen. Das Außenministerium bestätigte zunächst jedoch nur, dass "erweiterte Verteidigungskapazitäten" bereitgestellt werden sollen.

Der Schritt sei "gänzlich defensiv", sagte Ministeriumssprecherin Heather Nauert. Damit solle der Ukraine geholfen werden, ihre Souveränität zu verteidigen. "Die Ukraine ist ein souveränes Land und hat ein Recht darauf, sich zu verteidigen", so Nauert. Das Weiße Haus äußerte sich zu dem Schritt zunächst nicht. Auch die russische Botschaft in Washington kommentierte die Entscheidung nicht.

Der Schritt dürfte die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen den USA und Russland weiter verschärfen. In Teilen der Ostukraine bekämpfen sich seit mehr als drei Jahren Regierungseinheiten und Separatisten, die von Moskau unterstützt werden. UN-Angaben zufolge waren bereits bis Dezember 2016 mehr als 10.000 Menschen in dem Konflikt getötet worden. Ein 2015 vereinbarter Friedensplan wurde bisher nur in Ansätzen umgesetzt. Beide Seiten hatten sich am Mittwoch auf eine Waffenruhe über die Weihnachts- und Silvesterfeiertage geeinigt.

Der US-Kongress hat bei Waffenverkäufen an andere Länder ein Mitspracherecht. Eine Zustimmung dürfte wahrscheinlich sein. Senatoren wie der Republikaner John McCain drängen seit längerem darauf, die Ukraine mit Waffen auszurüsten. Es war zunächst nicht klar, ob die US-Regierung den Kongress bereits formell in Kenntnis gesetzt hatte. Trumps Amtsvorgänger Barack Obama hatte Waffenlieferungen an die Ukraine ebenfalls erwogen, aber schließlich abgelehnt.