Die neue österreichische Regierung aus konservativer Volkspartei (ÖVP) und rechtspopulistischer Freiheitlicher Partei (FPÖ) will Südtirolern eine doppelte Staatsbürgerschaft anbieten. Die Pläne sollen aber nur in Abstimmung mit der italienischen Regierung vorangetrieben werden, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nach dem ersten Treffen der neuen Minister in Wien. 

Die neue Regierung hat die Pläne für den Doppelpass der in Südtirol lebenden Bevölkerung in ihrem Regierungsprogramm festgehalten. Das Vorhaben entspreche auch den Wünschen aller in Südtirol vertretenen Parteien, sagte Österreichs Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ). "Es hat eine überwiegende Mehrheit gegeben, die diesen Wunsch auch per Antrag an uns gerichtet haben", so Strache.

In Italien wurde das Vorhaben der Österreicher von einigen Seiten kritisiert. "Hände weg von Italien", sagte die Chefin der rechten Oppositionspartei Fratelli d'Italia, Giorgia Meloni. Das deutschsprachige Südtirol war nach dem Ersten Weltkrieg Italien zugesprochen worden.

Österreichs neuer Kanzler Kurz wird diese Woche zu seinem Antrittsbesuch bei der EU in Brüssel erwartet. Dort will er die proeuropäische Ausrichtung der neuen Regierung betonen.