Drei Wochen nach der umstrittenen Präsidentschaftswahl in Honduras hat die oberste Wahlbehörde Amtsinhaber Juan Orlando Hernández zum Wahlsieger erklärt. Wegen Verzögerungen bei der Auszählung und Manipulationsvorwürfe war es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Demonstrationen mit mehreren Toten gekommen. Die Opposition kündigte an, die Entscheidung nicht anerkennen zu wollen und rief zu neuen Protesten auf.

Bei der Auszählung hatte in den ersten Stunden nach der Wahl am 26. November zunächst Herausforderer Salvador Nasralla in Führung gelegen. Danach hatte Präsident Hernández die Führung übernommen.

Die Opposition warf der Regierung Wahlfälschung vor. Ein Teil der Wahlzettel wurde bereits neu ausgezählt, ohne dass sich das Ergebnis veränderte. Nach Angaben des Obersten Wahlgerichts kam Hernández auf 42,95 Prozent, sein linksgerichteter Herausforderer Nasralla auf 41 Prozent. Dem Vorsitzenden des Wahlgerichts zufolge ist die Präsidentschaftswahl so transparent abgelaufen wie noch nie in Honduras.

"Die Wahl muss annulliert werden", sagte dagegen der Anführer des oppositionellen Linksbündnisses, Ex-Präsident Manuel Zelaya. "Diese Wahl ist null und nichtig und wir werden sie nicht respektieren." Armee und Polizei sollten sich zur Verfügung von Oppositionskandidat Nasralla halten.