Jerusalem-Entscheidung - Proteste der Palästinenser lassen zunächst nach In den Palästinensergebieten sind die Proteste gegen die Jerusalem-Entscheidung von Donald Trump vorübergehend abgeflaut. Gleichzeitig kam es weiter zu militärischen Konfrontationen zwischen der Hamas und dem israelischen Militär. © Foto: Ammar Awad/Reuters

Israels Regierung setzt nach der umstrittenen Jerusalem-Entscheidung darauf, dass die palästinensischen Proteste und Krawalle bald abflauen. "Unsere Hoffnung ist, dass sich alles beruhigt und dass wir zum normalen Leben zurückkehren – ohne Krawalle und ohne Gewalt", sagte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman am Sonntag in einem Interview des Armee-Rundfunks. 

US-Präsident Donald Trump hatte mit seiner Erklärung zu Jerusalem am Mittwoch insbesondere in muslimisch geprägten Ländern für Kritik gesorgt. In den Palästinensergebieten kam es zu Ausschreitungen, bei denen zwei Menschen getötet und Dutzende verletzt wurden. Palästinensische Extremisten feuerten Raketen auf Israel ab. Das israelische Militär reagierte mit Vergeltungsschlägen. Die gemäßigte Fatah von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat bereits zu weiteren Protesten gegen Israel aufgerufen. Die Palästinenser sollten die "Konfrontation aufrechterhalten und auf alle Punkte ausweiten, an denen die israelische Armee präsent ist".

Während die Arabische Liga die USA aufforderte, ihren Beschluss zur Verlegung der Botschaft nach Jerusalem zu revidieren, sprach Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu von einer historischen Erklärung Trumps.

Den Europäischen Staaten warf Netanjahu jedoch vor, im Nahost-Konflikt mit zweierlei Maß zu messen. "Ich höre von dort Stimmen, die Präsident Trumps historische Stellungnahme verurteilen, aber ich habe keine Verurteilungen der Raketenangriffe auf Israel (aus dem Gazastreifen) oder der schrecklichen Hetze gegen es gehört."

Am Sonntag ist ein Treffen von Netanjahu mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Paris geplant. Am Montag soll ein Gespräch mit Außenministern der Europäischen Union in Brüssel folgen.