Der frühere Präsident des Bürgerkriegslandes Jemen Ali Abdullah Salih ist nach Medienberichten getötet worden. Über den Ort und die genaue Todesursache herrscht noch Unklarheit. Der jemenitische Fernsehsender Almasirah berichtet, Salih sei bei Zusammenstößen mit den schiitischen Huthi-Rebellen getötet worden. Ein Mitglied der international anerkannten Regierung bestätigte die Meldung.

Der saudi-arabische Sender Al-Arabija berichtet indes, Salih sei in der Hauptstadt Sanaa von Scharfschützen getroffen worden. Die Nachrichtenagentur Reuters meldet unter Berufung auf Bewohner, dass auch Salehs Haus im Stadtzentrum von Huthis gesprengt wurde. Indes sagte ein Huthi-Sprecher, Abdel-Rahman al-Ahnomi, Salih sei nahe der an Saudi-Arabien grenzenden ostjemenitischen Provinz Marib getötet worden. "Er versuchte, nach Saudi-Arabien zu fliehen", sagte er.

Eine offizielle Bestätigung für den Tod Salihs gibt es zunächst nicht. Einige Parteivertreter widersprachen den Meldungen zunächst und sagten der Nachrichtenagentur Reuters, Salih sei am Leben und kommandiere seine Einheiten in Sanaa weiter. Der AFP zufolge bestätigte Salihs Partei inzwischen seinen Tod.

Salih hatte den Jemen mehr als 30 Jahre regiert und war auch von den USA unterstützt worden. Die Bevölkerung missbilligte das: 2012 trat Salih unter dem Druck von Demonstranten zurück. Im Jemen begann daraufhin ein Bürgerkrieg und Machtkampf zwischen der international anerkannten Regierung unter Staatschef Abd-Rabbu Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen. Die Huthis, denen sich auch Salih anschloss, werden vom schiitischen Iran unterstützt, die anerkannte Regierung hat Saudi-Arabien im Rücken. 

Nach jahrelangem Kampf an der Seite der Huthis kam es zum Zerwürfnis zwischen den Rebellen und Salih. Auslöser waren Rivalitäten um das gemeinsam beherrschte Gebiet, darunter die Hauptstadt Sanaa. Am Mittwoch vergangener Woche eskalierte der Konflikt so sehr, dass sich die früheren Verbündeten schließlich offen bekämpften. Salih sagte sich von den Rebellen los und bot den verfeindeten Nachbarstaaten Gespräche an. Das von Saudi-Arabien geführte Militärbündnis äußerte sich wohlwollend über das Gesprächsangebot. Die Entscheidung von dessen Partei, "die Führung zu übernehmen" und sich auf die Seite der Bevölkerung zu stellen, könne das Bürgerkriegsland Jemen von den Iran-treuen Milizen "befreien", sagte die Koalition der staatlichen saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA. Die schiitischen Huthi-Rebellen verurteilten das Gespächsangebot. Es sei "ein Putsch gegen unsere Allianz und Partnerschaft" sagte ein Sprecher der Rebellen zu Almasirah

Die Kämpfe im Jemen gehen unterdessen weiter. In den vergangenen sechs Tagen wurden in der Hauptstadt Sanaa in drei Kliniken 125 Tote und 238 Verletzte gezählt. Die UN forderten die Konfliktparteien zu einer Feuerpause auf.