Die Palästinenser rufen ihren Gesandten in die USA vorübergehend zurück. Der US-Gesandte der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO, Husam Zomlot, werde für Beratungen über die Beziehungen zu den USA vorübergehend abgerufen, sagte der palästinensische Außenminister Riad Malki. Nach den Gesprächen werde er seine Arbeit voraussichtlich wieder aufnehmen.

Die PLO hat seit dem Jahr 1994 eine Generaldelegation in Washington, obwohl die USA Palästina nicht als Staat anerkennen. Die USA hatten im November gedroht, die Delegation zu schließen. Zuvor hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas die Forderung bekräftigt, Israel wegen des Baus illegaler Siedlungen in den Palästinensergebieten vor den Internationalen Strafgerichtshof zu bringen.

Likud-Parteitag stellt brisante Forderung

Das Zentralkomitee der rechtsorientierten israelischen Regierungspartei Likud hat gefordert, weite Teile des Westjordanlands zu annektieren. Bei einem Parteitag stimmten über tausend Mitglieder für eine Resolution, die auch den uneingeschränkten Bau von Siedlungen vorsieht. Die Resolution ist nicht verpflichtend für die Regierung. Sie setzt aber den israelischen Regierungschef und Parteivorsitzenden Benjamin Netanjahu, der bei der Abstimmung nicht anwesend war, unter Druck.

US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Dezember Jerusalem als israelische Hauptstadt  anerkannt. Die Entscheidung rief Proteste auf der palästinensischen Seite hervor. Im Gazastreifen haben an diesem Wochenende erneut Hunderte Palästinenser gegen die Entscheidung Trumps protestiert. Mehrere Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Die Palästinenser sehen Ostjerusalem als Hauptstadt eines zukünftigen palästinensischen Staates an.

Auch von internationaler Seite gab es Kritik. Die UN-Generalversammlung hat die Entscheidung mit deutlicher Mehrheit verurteilt. 128 der 193 Mitgliedsstaaten, unter ihnen Deutschland, stimmten für eine entsprechende Resolution, in der die USA dazu aufgerufen wurden, die Entscheidung zurückzunehmen.