"Europa, wach auf!", lautete der Slogan, mit dem Tausende Menschen in Brüssel für die Unabhängigkeit Kataloniens protestiert haben. 45.000 Unterstützer waren dazu nach Polizeiangaben aus ganz Europa angereist. Sie forderten die Europäische Union auf, ihr Streben nach Unabhängigkeit zu unterstützen und bekannten sich solidarisch mit dem abgesetzten katalanischen Regionalpräsidenten Carles Puigdemont.

"Wir sind hier, um weiter für unsere Unabhängigkeit zu kämpfen und um die Freiheit für unsere politischen Gefangenen zu fordern", sagte ein 59-jähriger Demonstrant einem Reporter der Nachrichtenagentur AFP. "Wir können auch unseren Präsidenten nicht alleinlassen, der hier im Exil ist", sagte er mit Bezug auf Puigdemont, der sich Ende Oktober mit vier weiteren führenden katalanischen Politikern nach Brüssel abgesetzt hatte.

Die spanische Justiz wirft ihnen Rebellion, Aufwiegelung und Veruntreuung öffentlicher Gelder vor. Trotz eines Verbots durch das Oberste Gericht Spaniens hatte die katalanische Regierung am 1. Oktober ein Referendum über eine Abspaltung von Spanien abgehalten.

Ende Oktober rief das Parlament in Barcelona die Unabhängigkeit und die "Katalanische Republik" aus. Die Regierung in Madrid übernahm daraufhin die direkte Kontrolle über die halbautonome Region und setzte Puigdemont und dessen Regierung ab.

Offenbar zum Missfallen vieler Katalanen, die das nun in Brüssel zum Ausdruck bringen. Immer mehr Busse mit Demonstranten treffen dort ein, wie ZDF-Reporterin Anne Gellinek fotografierte: