Klimavertrag - »Ich bin nicht bereit, neu zu verhandeln« Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ist überzeugt, dass sein US-Amtskollege Donald Trump früher oder später seine Absage an das Pariser Klimaabkommen zurücknehmen wird. © Foto: AFP-TV

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hofft auf eine Kehrtwende in der US-Klimapolitik und erinnerte US-Präsident Donald Trump an seine "historische Verantwortung". In einem Interview mit dem Sender CBS nannte er das Vorgehen seines Amtskollegen im Fall des Pariser Klimaabkommens "äußerst aggressiv". Nachverhandlungen gebe es wohl nicht, fügte Macron hinzu. "Aber ich bin bereit, Trump aufzunehmen, falls er sich dazu entscheidet, zurückzukehren." Er sei sich "ziemlich sicher", dass Trump den Ausstieg der USA aus dem Vertrag in den kommenden Monaten oder Jahren rückgängig machen wird.

Die USA seien ein großartiges Land, sagte Macron. "Sie haben den Pariser Vertrag unterzeichnet. Es ist extrem aggressiv, allein zu entscheiden, einfach auszusteigen, und es geht nicht an, die anderen zu Neuverhandlungen zu drängen, weil einer beschlossen hat, den Saal zu verlassen. Es tut mir leid, das zu sagen. So geht es nicht." Es handle sich um eine große geschichtliche Verantwortung, führte der Franzose weiter aus, "und ich bin ziemlich sicher, dass mein Freund Präsident Trump seine Meinung in den kommenden Monaten oder Jahren ändern wird. Ich hoffe es." Auf die Nachfrage, ob er tatsächlich an einen Sinneswandel Trumps glaube, antwortete Macron: "Ja. Ich bin nicht bereit, neu zu verhandeln. Aber ich bin bereit, ihn willkommen zu heißen, wenn er sich entschließt zurückzukommen."

Hendricks statt Merkel in Paris

Im vergangenen Juni hatte Trump den Ausstieg aus dem Pariser Klimaschutzabkommen beschlossen. Unter dem Motto "Make our planet great again" hatte Macron, erst jüngst im Amt, Klimaforschern eine Summe von 30 Millionen Euro versprochen, wenn sie von Übersee nach Frankreich übersiedeln. Dieses Versprechen konkretisierte Macron nun und vergab am Vorabend des Klimagipfels One Planet Summit in Paris Forschungsstipendien an 13 US-Wissenschaftler.

Der Gipfel findet zum zweiten Jahrestag der Verabschiedung des internationalen Klimaabkommens in Paris statt. Eingeladen sind Vertreter aus rund hundert Ländern, darunter eine Reihe von Staats- und Regierungschefs. Trump indes ist nicht dabei. Dem Vernehmen nach werden die USA lediglich Vertreter ihrer Pariser Botschaft entsenden.

Die Bundesregierung wird wiederum nicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sondern von der zuständigen Ministerin Barbara Hendricks vertreten. Die SPD-Politikerin wies auf die Besonderheit der Veranstaltung hin: "Anders als bei klassischen Klimaverhandlungen stehen in Paris nicht nur Staaten, sondern auch Unternehmen und Banken im Fokus", sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.