Der spanische Europapolitiker Manuel Marín ist tot. Marín, unter dessen Leitung das Erasmus-Programm entstand, sei am Montag im Alter von 68 Jahren nach langer Krankheit in Madrid gestorben, teilte die Iberdrola-Stiftung mit, deren Vorsitzender Marín war. 

Spanische Medien hatten von einer Krebserkrankung berichtet. Der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, würdigte Marín als "Vater des Erasmus-Programms" und sprach den Angehörigen sein Beileid aus.

Marín war maßgeblich an Verhandlungen über den Beitritt Spaniens zur Europäischen Gemeinschaft im Jahr 1986 beteiligt. Danach bekleidete er mehrere wichtige Posten in der späteren EU-Kommission, unter anderem als Bildungskommissar und Vizekommissionspräsident. Unter seiner Aufsicht nahm die Europäische Gemeinschaft 1987 das Erasmus-Programm auf, das den Teilnehmern über Stipendien Studienaufenthalte im europäischen Ausland ermöglicht.

Bis heute haben rund neun Millionen Menschen von dem Austauschprogramm profitiert. Benannt ist es nach dem niederländischen Gelehrten Erasmus von Rotterdam, der im 15. und 16. Jahrhundert in vielen Städten Europas seine Lehren verbreitete.