Immer wieder kommt es in den USA zu Massenschießereien. Von strengeren Waffenkontrollen wollen aber vor allem die Republikaner nichts wissen. Nun hat es sogar einen Vorstoß gegeben, Regulierungen aufzuweichen: Die Abgeordneten im US-Repräsentantenhaus stimmten für eine Lockerung der Beschränkungen beim verdeckten Tragen von Waffen. In Washington votierten 231 Abgeordnete dafür, dass verdeckt getragene Waffen künftig auch über Grenzen in Bundesstaaten oder an Orte gebracht werden können, die eigentlich schärfere Waffengesetze haben. Gegen den Vorschlag stimmten 198 Abgeordnete. Der Gesetzentwurf muss noch vom Senat abgesegnet werden. Die Zustimmung dort gilt nicht als sicher.

Kritik gegen den Beschluss der Kongresskammer äußerte die ehemalige Kongressabgeordnete Gabrielle Giffords. "Nach zwei der schlimmsten Massentötungen in der Geschichte unserer Nation hat der Kongress direkte Anweisungen von der Waffenlobby entgegengenommen und einen Gesetzentwurf verabschiedet, der existierende Bundesgesetze außer Kraft setzt und es gefährlichen, unerfahrenen Menschen erlaubt, Waffen in jeden Staat und in jede Stadt mitzunehmen", sagte Giffords.

In den USA sind Attentate auf größere Menschenmengen keine Seltenheit. Vor zwei Monaten schoss ein Mann in Las Vegas aus einem Hotelzimmer auf Besucher eines Konzertes, dabei starben 58 Menschen. Nur einen Monat später tötete ein Mann 26 Kirchenbesucher im US-Bundesstaat Texas.

Giffords war 2011 im Bundesstaat Arizona selbst Opfer eines Schützen geworden. Die damalige demokratische Abgeordnete überlebte mit schweren Kopfverletzungen und engagiert sich seither im Kampf gegen die laxen Waffengesetze in den USA.