Die britische Marine hat ein russisches Kriegsschiff durch die Nordsee eskortiert. Das teilte das britische Militär mit. Außerdem sei ein Hubschrauber eingesetzt worden, um zwei weitere russische Schiffe in der Region zu beobachten. "Ich werde nicht zögern, unsere Gewässer zu verteidigen, und ich werde keine Form von Aggression tolerieren", ließ der Verteidigungsminister Gavin Williamson mitteilen. Der Vorfall ereignete sich bereits am Montag.

Laut der Marine hätten sich in letzter Zeit vermehrt russische Schiffe dem britischen Hoheitsgewässer genähert. Erst Mitte Dezember hatte der britische Militärchef Stuart Peach gewarnt, russische Schiffe könnten Unterseekabel für den Datentransfer kappen. Auch die Nato hatte sich kurz vor Weihnachten besorgt über die Aktivität russischer U-Boote im Nordatlantik gezeigt. 

Der Nato-Generalsektretär, Jens Stoltenberg, hatte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung gesagt, dass die U-Boote mittlerweile überall im Atlantik und auch näher an den Küstenlinien von Nato-Mitgliedstaaten unterwegs seien. Die Washington Post hatte außerdem berichtet, dass sich die Boote immer häufiger in der Nähe von Kabeln aufhalten würden. Wenn es gelänge, diese Verbindungen zu kappen, hätte das immense Folgen für die globale Wirtschaft, sagte ein US-Admiral der Zeitung. 

Johnson wirft Russland Cyberattacken vor

Die Beziehungen zwischen Russland und Großbritannien sind derzeit angespannt. Eine britische Parlamentskommission untersucht Vorwürfe über russische Cyberattacken während des Brexit-Referendums im Juni 2016 und der britischen Parlamentswahl im Juni 2017.

Der britische Außenminister Boris Johnson hatte während seines Besuchs in Moskau vergangene Woche die russische Regierung aufgefordert, nicht mehr mit Cyberattacken die Stabilität in Europa zu untergraben. "Es gibt Bereiche, in denen sich Russland feindseliger gegenüber unseren Interessen verhält als je zuvor seit Ende des Kalten Krieges."

Die russische Regierung wies die Anschuldigungen zurück. Es war der erste Besuch eines britischen Außenministers in Moskau seit fünf Jahren. Johnson und sein russischer Kollege Sergej Lawrow zeigten sich in mehreren politischen Fragen uneins. Es gebe aber immer noch Bereiche, in denen die beiden Länder kooperieren könnten, sagte Johnson.