Russland - Putin tritt noch einmal an Seine Wahl gilt als sicher: Wladimir Putin hat seine erneute Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr angekündigt. Er ist seit 2000 in Russland an der Macht. © Foto: Kirill Kudryavtsev/AFP

Russlands Staatsoberhaupt Wladimir Putin kandidiert bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Frühjahr für eine vierte Amtszeit. Das kündigte er vor Arbeitern in einer Autofabrik in der Wolgastadt Nischni Nowgorod an. "Ich bin sicher, dass alles gut ausgehen wird", sagte Putin. Er könne keinen besseren Platz und besseren Augenblick finden, um seine Kandidatur bekannt zu geben.

Seine erneute Kandidatur war erwartet worden. Sein Sieg bei den Präsidentschaftswahlen gilt als sicher. Absehbare Gegenkandidaten sind wie bei den vorherigen Wahlen der Rechtspopulist Wladimir Schirinowski, der Kommunistenführer Gennadi Sjuganow und der Liberale Grigori Jawlinski von der Partei Jabloko. Putins wichtigster Gegner, der Oppositionspolitiker Alexej Nawalny kritisierte die erneute Kandidatur auf Twitter: "Ich schlage vor, dass wir das nicht akzeptieren". Nawalny darf wegen einer Verurteilung nicht bei der Wahl antreten.

Die regierungskritische Journalistin Xenia Sobtschak sagte, Putins Entscheidung sei nicht überraschend. "Putin wird noch lange an der Macht sein, solange seine Gesundheit es zulässt", sagte sie. Die 36-Jährige hatte im Oktober angekündigt, gegen Putin zu kandidieren. Sobtschak machte am Mittwoch ebenfalls in Nischni Nowgorod Wahlkampf. Ihre eigene Kandidatur sieht sie als Protestaktion, sie stehe für echten Wettbewerb und sei die "Kandidatin gegen alle". Alle Gegenkandidaten gelten aber als chancenlos. In Umfragen ist Putin mit Abstand der beliebteste Politiker.

Fast so lang im Amt wie Stalin

Putin war bereits zwischen 2000 und 2008 russischer Staatschef. Danach ist nach der russischen Gesetzeslage keine weitere Amtszeit möglich. Daraufhin wurde er zunächst Ministerpräsident, Staatschef wurde danach der jetzige Regierungschef Dimitri Medwedew. Der trieb in seiner Zeit im Kreml eine Verfassungsänderung voran, die die Amtszeit des Präsidenten von vier auf sechs Jahren verlängerte. 

Vier Jahre später tauschten Medwedew und Putin wieder die Ämter. Sollte Putin die Wahl im März gewinnen, wäre er 66 Jahre alt und nach dem Diktator Josef Stalin der am längsten regierende Herrscher im Kreml.