Die USA haben im UN-Sicherheitsrat ein Veto gegen eine Resolution eingelegt, in der die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels kritisiert wird. Alle anderen 14 Ratsmitglieder stimmten in der Sitzung in New York für die von Ägypten eingebrachte Vorlage.

Die US-Regierung kritisierte das Votum. Ihre UN-Botschafterin Nikki Haley sprach von einer "Beleidigung, die wir nicht vergessen werden". Die USA hätten ihr Veto eingelegt, um die amerikanische Souveränität und die Rolle der USA im Nahost-Friedensprozess zu verteidigen.

In dem Resolutionsentwurf wurden weder die USA noch Trumps Ankündigung direkt erwähnt. Jedoch war von einem "tiefen Bedauern über jüngste Entscheidungen bezüglich des Status von Jerusalem" die Rede. Weiter hieß es, jede Entscheidung und Handlung, "die vorgibt, den Charakter, Status oder die demografische Zusammensetzung" von Jerusalem "verändert zu haben, hat keine rechtliche Wirkung, ist null und nichtig und muss widerrufen werden". Zugleich werden alle Länder aufgerufen, ihre Botschaften nicht nach Jerusalem zu verlegen. Hätte der Sicherheitsrat für die Resolution gestimmt, hätte er die Jerusalem-Entscheidung von US-Präsident Donald Trump für juristisch nichtig erklärt. In dem UN-Gremium haben die USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China ein Vetorecht.

Frankreichs UN-Botschafter François Delattre bezeichnete den Entwurf als "guten Text", der vollkommen mit früheren UN-Resolutionen übereinstimme. Ähnlich äußerte sich der britische UN-Botschafter Matthew Rycroft.

Israels Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, verurteilte den Resolutionsentwurf hingegen: "Keine Abstimmung und keine Debatte wird die klare Realität ändern, dass Jerusalem immer die Hauptstadt Israels war und sein wird."

US-Präsident Trump hatte am 6. Dezember angekündigt, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und dorthin die US-Botschaft aus Tel Aviv zu verlegen. Die Entscheidung wurde international kritisiert; in den Palästinensergebieten im Gazastreifen und Westjordanland kam es wiederholt zu Ausschreitungen. Vor einer knappen Woche verkündete ein Sondergipfel von 57 muslimischen Staaten als Reaktion auf, Ostjerusalem als Hauptstadt eines palästinensischen Staats anzuerkennen.

Die Israelis haben Ostjerusalem 1967 erobert und ganz Jerusalem zu ihrer ewigen und unteilbaren Hauptstadt erklärt. Die Palästinenser hingegen beanspruchen Ostjerusalem als Hauptstadt eines künftigen unabhängigen Staates. International ist der Status Jerusalems umstritten.