Die US-Regierung hat einer führenden Gesundheitsbehörde eine Liste mit Begriffen vorgelegt, die nicht in bestimmten offiziellen Dokumenten vorkommen sollen. Wie die Washington Post berichtete, erhielt das Center for Disease Control and Prevention (CDC) eine Liste mit insgesamt sieben verbotenen Begriffen. Dazu zählen die Worte Fötus, Transgender, aber auch Formulierungen wie "auf wissenschaftlicher Grundlage". Diese sollen nicht in den Papieren für den Haushaltsvorschlag für das kommende Jahr verwendet werden.

Verboten sind außerdem die Worte verwundbar, Diversität (Vielfalt), Anspruchsberechtigung und die Formulierung "auf der Grundlage von Beweisen". Das hätten hochrangige CDC-Beamte Mitarbeitern bei einem Treffen  mitgeteilt. Die Washington Post beruft sich auf einen Politikanalysten, der an dem Treffen teilgenommen hatte. Er selber habe einen derartigen ideologischen Schritt bisher noch nie erlebt, sagte der Analyst der Zeitung.

Demnach empfiehlt die Regierung den Mitarbeitern auch alternative Formulierungen. An der Stelle von "auf wissenschaftlicher Grundlage" oder "auf der Grundlage von Beweisen" könnten sie etwa schreiben: "Die CDC basiert ihre Empfehlungen auf Wissenschaft unter Berücksichtigung öffentlicher Standards und Wünsche."

Die nun verbotenen Wörter werden unter anderem im Zusammenhang mit bestimmten Forschungsprojekten und Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung verwendet. Die Maßnahme könnte etwa ein aktuelles Forschungsprogramm des CDC zu den Auswirkungen des Zika-Virus auf Föten treffen. Auch ein Programm zur Verhütung von Aids unter Transgendern könnte betroffen sein. Die Behörde wollte sich auf Nachfrage der Washington Post nicht äußern.

Die CDC ist dem US-Gesundheitsministerium unterstellt. Ihre Aufgaben liegen vor allem in der Verhütung von Infektionskrankheiten, aber auch bei der Bekämpfung von Krebs und Herzerkrankungen. Die Behörde beschäftigt mehr als 12.000 Mitarbeiter und hat ein jährliches Budget von umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro.