Mit einer Beschwerde über die US-Regierung hat sich der Iran an die Vereinten Nationen gewandt. In einem an den UN-Sicherheitsrat und UN-Generalsekretär António Guterres adressierten Schreiben kritisiert die Regierung in Teheran, dass sich die USA mit der Unterstützung der regierungskritischen Demonstrationen in interne Angelegenheiten des Landes einmischt.

Durch die "grotesken" Versuche der Einflussnahme habe die Regierung in Washington gegen internationales Recht verstoßen, sagte der iranische Botschafter, Gholamali Choschro, bei den UN. US-Präsident Trump und seine Administration ermutigten Demonstranten, auf die Straße zu gehen, um die Regierung Irans zu stürzen, hieß es weiter.

Trump lobte die Proteste gegen die iranische Staatsführung in den vergangenen Tagen mehrfach. Die Regierung in Teheran bezeichnete er zudem als "brutal und korrupt". Auch erwägen die USA neue Sanktionen gegen Vertreter der iranischen Regierung und ihre Unterstützer, um die Gewalt gegen Demonstranten zu ahnden.

Bedeutung heruntergespielt

Der Anführer der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, spielte indes die Bedeutung der Proteste im Iran herunter. "Mit Blick auf den Iran gibt es nichts, denke ich, worüber wir uns Sorgen machen sollten", sagte Nasrallah dem libanesischen Fernsehsender Al-Mayadeen. Die Proteste im Iran seien nicht groß. Zudem sei die Krise von den USA und Saudi Arabien geschürt worden.

Seine Anhänger rief Nasrallah dazu auf, sich nicht von Medienberichten über die Protestwelle im Iran beeinflussen zu lassen. Die Hoffnung der USA und Saudi-Arabiens, dass die Demonstrationen politische Auswirkungen haben würden, hätten sich nicht erfüllt.

Größte Unruhen seit 2009

Der Iran gilt als Unterstützer der islamistischen Hisbollah im Libanon. Teheran wird vorgeworfen, eine schiitische Achse vom Iran über den Irak, Syrien und den Libanon bis ans Mittelmeer voranzutreiben.

Die Islamische Republik wird derzeit von den größten Unruhen seit 2009 erschüttert. Die Proteste der zumeist jugendlichen Demonstranten hatten am Donnerstag in Maschhad begonnen und breiteten sich seitdem auf zahlreiche Städte aus, wobei sie teils in Gewalt umschlugen.

Mindestens 21 Menschen kamen bereits bei Zusammenstößen, unter anderem mit Einsatzkräften, ums Leben. Hunderte Demonstranten wurden festgenommen. Als ein Grund für die Unruhen gilt die wirtschaftliche Unzufriedenheit in weiten Teilen der Bevölkerung.