Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hat vor Journalisten gesagt, die US-Botschaft werde noch in diesem Jahr von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Das sei seine feste Überzeugung. Donald Trump zeigte sich von den Plänen überrascht: "Bis zum Ende des Jahres?", fragte er in einem Interview. Der Schritt sei so nicht geplant. "Die Antwort ist nein."

US-Außenminister Rex Tillerson hatte im Dezember, als Trump seinen Plan bekannt gab, gesagt, es werde vermutlich drei Jahre dauern, ehe die Botschaft verlegt werden könnte. Selbst das sei angesichts der damit verbundenen Logistik ein ambitionierter Zeitplan.

Mit der umstrittenen Entscheidung, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen und in der Folge die Botschaft seines Landes dorthin zu verlegen, will Trump ein Wahlkampfversprechen einlösen. Der Schritt führte allerdings auch zu heftiger Kritik. Vor allem vonseiten der Palästinenser. Sie wollen im Falle einer Zweistaatenlösung Ostjerusalem als Hauptstadt haben – seit dem Sechstagekrieg 1967 ist der Teil aber von Israel besetzt. Die radikalislamische Hamas rief nach Trumps Entschluss zu einem neuen gewaltsamen Aufstand auf. Seitdem sind die Auseinandersetzungen wieder häufiger geworden.

Israelische Einheiten töten 22-jährigen Palästinenser

Das jüngste Opfer von Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern hat es am Mittwoch im besetzten Westjordanland gegeben. Dort starb ein 22-Jähriger, wie das palästinensische Gesundheitsministerium mitteilte. Augenzeugen berichteten, dass israelische Einheiten in die Stadt Dschenin im Norden des Westjordanlands eingedrungen waren, woraufhin es zu den Auseinandersetzungen kam.

Den Informationen nach wurden mindestens zwei Palästinenser festgenommen, die israelische Polizei sprach von mehreren Verletzten. Laut israelischen Medien könnte der Einsatz im Zusammenhang mit der Ermordung eines jüdischen Siedlers im Westjordanland stehen. Der 35-jährige Rabbiner war am 9. Januar nahe Nablus erschossen worden.