2018 wird ein Maga-Jahr. Geprägt wurde die Abkürzung von Donald Trump und seinen Anhängern, sie steht für Make America Great Again. Schon im Wahlkampf wiederholte Trump den Slogan wieder und immer wieder. Jetzt, knapp ein Jahr im Amt, kann er tatsächlich Maga-Fortschritte vorweisen – und wurde auch nicht müde, sie bei seiner ersten Rede zur Lage der Nation mehrfach zu betonen: 2,4 Millionen Jobs habe er geschaffen, allein 200.000 davon in der Industrieproduktion. Die Löhne würden endlich steigen und die Arbeitslosenmeldungen seien auf einem 45-Jahrestief. Optimismus habe das ganze Land erfasst, dank seiner Wahl erfasst, behauptete Trump.

Es ist nicht zu leugnen: So dynamisch war die US-Wirtschaft seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Bei Trumps Antritt herrschte Stagnation, Ökonomen prognostizierten gar eine bevorstehende Rezession. Nun liegt das Wachstum bei drei Prozent. Die Finanzmärkte legten eine historische Rekordjagd hin. Aktionären bescherte das seit Trumps Wahl einen Vermögenszuwachs von über sieben Billionen Dollar. Eine Summe, für die alle 80 Millionen Einwohner Deutschlands zusammen fast zwei Jahre arbeiten müssen.

Die Börsengewinne werden zwar zum größten Teil in die Taschen von Trumps Milliardärsfreunden landen. (Das obere eine Prozent der Vermögenden in den USA verfügt über 40 Prozent der Vermögenswerte.) Doch für die Normalbürger, die Aktien über ihre betrieblichen Altersvorsorgefonds halten – immerhin die Hälfte aller US-Haushalte –, ist es dennoch eine erfreuliche Entwicklung.

Trump brachte (oder erntete) Jobs, Jobs, Jobs

Jobs, Jobs, Jobs hat Trump versprochen. Und auch das konnte er halten: Die Arbeitslosenquote sank auf 4,1 Prozent, so tief wie seit einem halben Jahrhundert nicht. Jüngste Prognosen sehen einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit im laufenden Jahr. Und noch nie seit der Erhebung der entsprechenden Statistik in den Siebzigerjahren waren so wenige Afroamerikaner arbeitslos gemeldet. Kritiker des Präsidenten verweisen zwar darauf, dass es sich lediglich um die Fortsetzung einer Entwicklung handelt, die unter seinem Vorgänger Barack Obama begonnen hat. Tatsache ist jedoch, dass die Amerikaner derzeit so optimistisch in die Zukunft schauen wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. 

Seit Ronald Reagan hat es keinen Präsidenten mehr gegeben, der gleichzeitig Politik und Wirtschaft in den USA eine derartige Wende verpasst hätte. Unterschätzt selbst von seinen Helfern wie dem inzwischen in Ungnade gefallenen Berater Steve Bannon und vielen seiner offiziellen Parteifreunde, den Republikanern, verachtet von der Opposition der Demokraten und deren Wahlkampfspendern, den Technologie-Entrepreneuren des Silicon Valley, hat Trump es geschafft, das Land in knapp zwölf Monaten auf einen neuen Kurs auszurichten.

Für Deutschland und Europa wird Trumps Maga jedoch eine der brisantesten Herausforderung der kommenden Jahre. Im laufenden Jahr wird sich Trump der Einwanderung, der Infrastruktur und der America-First-Handelspolitik zuwenden, so kündigte er in der Rede an.

Entscheidend für Trumps Wirkung auf die Wirtschaft, wenn auch nicht allein dafür verantwortlich, ist die Steuerreform, die er und seine Partei durchgesetzt haben. Sie senkt die Unternehmenssteuern auf 21 Prozent. Auf den ersten Blick liegt das im europäischen Durchschnitt – aber nur, wenn man Irland und die anderen Niedrigsteuermitglieder einrechnet. Deutschlands offizielle Steuerrate liegt bei 31 Prozent. Das entlastet die Unternehmen und damit vor allem ihre Eigentümer, die Aktionäre.

USA - Trump hält Rede zur Lage der Nation In seiner Rede zur Lage der Nation hat US-Präsident Donald Trump Republikaner und Demokraten zur Einheit aufgerufen. Zudem verwies er auf die gute wirtschaftliche Lage in den USA. © Foto: REUTERS/Win McNamee/Pool