Während des Chinabesuchs von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron haben beide Länder eine engere Zusammenarbeit bei der Atomtechnologie und in Handelsfragen vereinbart. Geplant ist unter anderem der Bau der ersten Anlage zur Wiederaufbereitung von Atommüll in China durch den französischen Areva-Konzern. Das geht aus der Absichtserklärung hervor, die in Anwesenheit Macrons und des chinesischen Staatschefs Xi Jinping unterzeichnet wurde.

Der Bau der Wiederaufbereitungsanlage soll 2020 beginnen. Im Frühjahr soll der Vertrag zwischen Areva und seinem chinesischen Partner CNNC besiegelt werden und einen Umfang von zehn Milliarden Euro haben. Noch offen ist, wo die Anlage gebaut werden soll. Gegen den ursprünglich geplanten Standort in der ostchinesischen Küstenstadt Lianyungang hatte es massive Bürgerproteste gegeben. China hat derzeit 38 Atomreaktoren in Betrieb und baut 20 neue.

Des Weiteren sagte die Regierung in Peking zu, das seit 2001 geltende Embargo gegen französisches Rindfleisch innerhalb von sechs Monaten aufzuheben. Es war verhängt worden, als in Europa Fälle der Tierseuche BSE – auch Rinderwahnsinn genannt – bekannt geworden waren. Die Regierung Macrons hofft nun, dass in Zukunft auch andere Agrarprodukte wie Schweinefleisch, Geflügel und Wein leichter nach China ausgeführt werden können. Der europäische Flugzeughersteller Airbus kündigte zudem ein Abkommen mit chinesischen Partnern an. Damit soll die Produktion des Mittelstreckenfliegers A320 in Tianjin im Nordosten Chinas auf sechs Stück monatlich gesteigert werden.  

China und Frankreich vereinbarten auch eine engere Zusammenarbeit im Kulturbereich: So soll in Shanghai ein Ableger des Pariser Kunstmuseums Centre Pompidou entstehen. 

Frankreich will keine "Plündereien" durch China

Wirtschaftsminister Bruno Le Maire schränkte jedoch ein, durch die Vereinbarungen werde es nicht mehr chinesische Investitionen in Frankreich geben. Er habe in den vergangenen sieben Monaten bereits zahlreiche Anträge zurückgewiesen. "Wir akzeptieren Langzeit-Investitionen, keine Plündereien", sagte er. Viele Firmen in der EU werfen chinesischen Unternehmen vor, ihre Produkte illegal zu kopieren. Betroffen sind auch französische Luxuskonzerne.

Macrons dreitägiger Chinabesuch geht am Mittwoch zu Ende. Der Präsident wird von einer Delegation von mehr als 50 Unternehmenschefs begleitet, darunter auch die des Flugzeugbauers Airbus und der Warenhauskette Auchan.