Die britische Premierministerin Theresa May will einen neuen Posten im Kabinett für die Vorbereitung eines Brexit ohne Abkommen mit der EU schaffen. Das berichtet der Telegraph. Der Schritt sei ein Signal an Brüssel, dass Großbritannien den Brexit in jedem Fall vollziehen werde – auch wenn die Verhandlungen über ein Nachfolgeabkommen scheitern sollten. Der Zeitung zufolge soll sich künftig ein Staatssekretär im bereits bestehenden Brexit-Ministerium um diesen Fall kümmern, vor dem vor allem die britischen Unternehmen stets gewarnt hatten.

Wie der Telegraph weiter berichtet, könnten im Zuge einer Kabinettsumbildung in dieser Woche bis zu sechs Minister abgelöst oder versetzt werden. Eine erste Umstrukturierung hat es bereits am Montag gegeben. Die britische Premierministerin Theresa May hat Brandon Lewis zum neuen Vorsitzenden ihrer Konservativen Partei ernannt. Der stellvertretende Einwanderungsminister ist damit zum Nachfolger von Patrick McLoughlin berufen worden, wie ihr Büro  mitteilte. Lewis hat wie zuvor auch McLoughlin das Amt eines Ministers ohne Geschäftsbereich erhalten.

Besonders in der Kritik standen zuletzt Justizministerin Justine Greening, Wirtschaftsminister Greg Clark und Andrea Leadsom, die als Fraktionssprecherin an Kabinettssitzungen teilnimmt. Außenminister Boris Johnson, Schatzkanzler Philip Hammond, Innenministerin Amber Rudd und Brexit-Minister David Davis sollen Berichten zufolge dagegen auf ihren Posten bleiben.

Bereits kurz vor Weihnachten war Mays Kabinettschef und stellvertretender Regierungschef Damian Green abgetreten. Als möglicher Nachfolger von Green gilt Gesundheitsminister Jeremy Hunt.

Gegen Green hatte es Belästigungsvorwürfe und Berichte über Pornografie auf seinen Dienstrechnern gegeben. Doch er scheint nicht der einzige betroffene Politiker zu sein. Laut Medienberichten geht aus einer Anfrage der Press Association hervor, dass es seit der Neuwahl in Großbritannien mehr als 24.000 Versuche gab, aus dem Parlament mit Dienstrechnern auf pornografische Inhalte zuzugreifen.