Myanmars Armee hat die Tötung von zehn Angehörigen der muslimischen Rohingya-Minderheit eingeräumt. Die Armeeführung erklärte auf Facebook, Einsatzkräfte und Bewohner des Dorfes Inn Din in der Krisenregion Rakhine hätten gestanden, Anfang September 2017 "zehn bengalische Terroristen" getötet zu haben.

Demnach wurden in dem Dorf zehn Rohingya gefangen genommen. "Es wurde die Entscheidung getroffen, sie auf einem Friedhof zu töten", schrieb die Armeeführung auf Facebook. Die Armeeführung kündigte Maßnahmen gegen jene Sicherheitskräfte an, die gegen die Einsatzregeln verstoßen hätten. Auch gegen die beteiligten Dorfbewohner solle vorgegangen werden. Bestätigt wurde auch erstmals der Fund eines Massengrabes in Inn Din.

Myanmars Armee geht seit Ende August 2017 in Rakhine im Norden des Landes gewaltsam gegen die Rohingya vor. Zuvor hatten Rohingya-Rebellen Polizeiposten angegriffen. Mehr als 655.000 Angehörige der Volksgruppe flohen seither ins benachbarte Bangladesch.

Die Vereinten Nationen und Menschenrechtsorganisationen werfen der Regierung des buddhistisch geprägten Myanmar "ethnische Säuberungen" gegen die muslimische Minderheit vor. Die Behörden des Landes machen dagegen militante Rohingya für die Gewalt verantwortlich.