In einem großen Prozess um illegale Geschäfte zwischen der Türkei und dem Iran hat ein New Yorker Gericht den türkischen Banker Mehmet Hakan Atilla schuldig gesprochen. Atilla, der früher als Vizechef der staatlichen türkischen Halkbank tätig war, soll Iran durch illegale Geschäfte in Milliardenhöhe ermöglicht haben, Finanzsanktionen der US-Regierung zu umgehen. Zwischen 2010 und 2013 soll die Türkei iranische Gas- und Öllieferungen mit großen Mengen an Gold bezahlt haben.

Die Jury befand den Banker in fünf von sechs Anklagepunkten für schuldig, darunter der Vorwurf der Verschwörung. Das Strafmaß muss noch verkündet werden.

Gegen Atilla ausgesagt hatte der türkisch-iranische Goldhändler Reza Zarrab. Ursprünglich war der Prozess gegen Zarrab gerichtet gewesen, doch der 34-jährige Goldhändler hatte sich schuldig bekannt und war als Belastungszeuge aufgetreten. Seiner Aussage im Gerichtssaal  zufolge soll der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan von den Geschäften mit türkischem Gold gegen iranisches Öl gewusst und zwei türkische Banken angewiesen haben, sich an den Transaktionen zu beteiligen. 

Erdoğan bestreitet indes, dass die Türkei gegen US-Sanktionen verstoßen habe. Nach einem Bericht der New York Times soll Erdoğan sich bei der US-Regierung um die Einstellung des Verfahrens bemüht haben. Das Vermögen des Goldhändlers Zarrab ließ die türkische Justiz beschlagnahmen.

Am Dienstag hatte der zuständige Richter Richard Berman einen Antrag von Atillas Verteidigern abgewiesen, den Prozess wegen Verfahrensfehlern für ungültig zu erklären. Das Verfahren sei "fair und transparent" gewesen, begründete Berman seine Entscheidung.