CIA-Direktor Mike Pompeo hat davor gewarnt, dass Nordkoreas Atomwaffenprogramm umfassender und einsatzfähiger werde. Nordkorea komme "immer mehr in die Lage", die USA in Gefahr zu bringen, sagte Pompeo bei einem Vortrag am American Enterprise Institute, einem konservativen Thinktank in Washington, D. C.

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Un wolle die Kapazitäten entwickeln, mehrere Atomraketen gleichzeitig abfeuern zu können. Es gehe ihm nicht nur darum, mit einem einzelnen erfolgreichen Test seine militärische Macht vorzuführen, sagte Pompeo. Der CIA-Chef geht außerdem davon aus, dass Kim die koreanische Halbinsel wiedervereinigen und Südkorea "unter seine Herrschaft" bringe wolle.

Die USA arbeiteten daran, dass Nordkorea dieses Ziel nicht erreiche, sagte Pompeo. Die US-Regierung konzentriere sich darauf, eine diplomatische Lösung im Korea-Konflikt zu erzielen. Man wolle US-Präsident Donald Trump eine ganze Reihe anderer Möglichkeiten präsentieren, mit denen er auf eine Bedrohung aus Nordkorea reagieren könne. Wie genau diese Reaktionen aussehen könnten, sagte Pompeo nicht.

Nordkorea hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Entwicklung von Raketen gemacht. In den vergangenen Monaten war der Streit zwischen den USA und Nordkorea eskaliert, nachdem die nordkoreanische Seite Langstreckenraketen getestet hatte. Trump und Kim hatten sich gegenseitig öffentlich bedroht und beleidigt. Anfang 2018 jedoch hatten die USA eine militärische Lösung vorerst ausgeschlossen und Trump hatte sich zu Gesprächen bereit erklärt. Außerdem trafen sich erstmals seit zwei Jahren wieder Vertreter beider koreanischer Staaten zu Gesprächen. Sie einigten sich auf Schritte zu einer militärischen Deeskalation, außerdem werden nordkoreanische Sportler an den Olympischen Winterspielen in Südkorea teilnehmen.